Die Winzer sind fleißig am Reben schneiden

Nach Weihnachten geht es für die Winzer, oder immer häufiger deren Helfer, raus in die Weinberge zum Reben schneiden.

Gerade weil der Rebschnitt nach wie vor noch eine der arbeitsintensivsten aber auch qualifiziertesten Handarbeiten ist und mehr als ein Drittel der jährlich im Weinberg zu leistenden Handarbeitsstunden ausmacht, muss die Zeit von Dezember bis März effektiv genutzt werden. Das schaffen die Winzer natürlich nicht alleine, zumal oft zeitgleich auch im Keller die Weine für die Abfüllung im Frühjahr vorbereitet werden müssen. Viele Helfer vor allem aus unseren osteuropäischen Nachbarländern unterstützen sie dabei.

Die Arbeit des Rebschnitts wird in zwei Arbeitsgänge unterteilt. Zunächst sind die etwas qualifizierteren Arbeiter damit beschäftigt die Triebe des vergangenen Jahres nahezu komplett (bis auf einen oder zwei) abzuschneiden. Im zweiten Arbeitsgang muss das Rebholz aus dem Drahtrahmen entfernt werden, eine Arbeit, die oftmals von Hilfskräften gemacht wird. Hier sind jedoch in den vergangenen Jahren einige vielversprechende Geräte entwickelt worden, die diese Arbeit übernehmen. Diese Maschinen mit phantasievollen Namen wie Cane-Pruner oder Kobold ziehen das abgeschnittene Rebholz nach oben aus dem Drahtrahmen und häckseln dieses auch sofort klein.

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Winzerglühwein – weil er aus guten Weinen einfach bessser schmeckt

Mit den fallenden Temperaturen kommt eine wärmender Glühwein gerade recht. Dass es eigentlich gar kein Wein im rechtlichen Sinne ist, sondern ein „weinhaltiges, aromatisiertes Getränk“, stört dabei niemanden. Was jedoch sicher jeder ganz schnell merkt, ist die Qualität des verwendeten Weines.
Auf Nummer sicher gehen Sie, wenn Sie sich den Glühwein direkt beim Winzer holen. In den vergangenen Jahren produzieren immer mehr Winzer in Rheinhessen fix und fertigen Glühwein, den Sie nur noch erwärmen müssen. Hier liegt die Betonung bewusst auf „erwärmen“ und nicht „erhitzen“, denn ab 70 Grad Celsius verflüchtigen sich nicht nur die Aromen, sondern auch der Alkohol. Die Winzer sind hier kreativ, was die Sortenauswahl betrifft. Lassen Sie sich überraschen.

Noch individueller wird es, wenn Sie sich die Gewürze selbst zusammenstellen und sich eine guten Flasche (Rheinhessen-)Wein aus dem Keller holen. Zimt und Gewürznelken sind in nahezu jedem Rezept enthalten. Die weiteren Gewürze, wie z. B. Ingwer, Kardamon, Muskat oder Orangenschalen, machen dann die feinen Unterschiede aus. Und eines gilt immer: Je besser der Wein, desto weniger muss dieser gewürzt und gesüßt werden. Am besten eignen sich halbtrockene fruchtige Weine. Bei den Roten ist das z. B. ein Portugieser oder ein Dornfelder, bei den weißen Sorten greift man  idealerweise zu Bacchus, Huxelrebe, Scheurebe & Co.
Unser spezielles Glühwein-Rezept

Quelle: Rheinhessen.de

Bild: deutscheweine.de

Die Weinlese in Rheinhessen ist (fast) abgeschlossen

Draußen in den Weinbergen ist es ruhig geworden. Die Trauben sind gekeltert, die Moste größtenteils vergoren. Die Winzer sind mit der Qualität der Trauben sehr zufrieden, bei der Menge sind manche gar mehr als zufrieden.

RebscherenAb und an hängt noch ein Weinberg in der Gemarkung. Hier sollen edelsüße Spezialitäten gewonnen werden, was dieses Jahr in Anbetracht der immer noch kerngesunden Trauben und der einfach nicht eintreten wollenden Edelfäule ein schwieriges Unterfangen ist. Für die Gewinnung von Eiswein sind das indessen hervorragende Voraussetzungen, so dass wohl viele Trauben bis zu den kalten Winternächten hängenbleiben werden.
Die ersten 2018er Weiß- und Roséweine sind schon abgefüllt und begeistern Winzer und Weinfreunde gleichermaßen mit ihrer tollen Frucht und einer dezenten Weinsäure, so dass man diese jetzt schon wunderbar genießen kann. Besonders freuen sollten Sie sich allerdings auf die Rotweine aus dem Jahrgang 2018, die sowohl mit ihrer Farbe und auch dem kräftigen Geschmack herausragende Genusserlebnisse erwarten lassen. Hier sollten Sie jedoch noch einige Monate Geduld aufbringen …

 

 

Rheinhessen mitten in der Weinlese

Die Weinlese ist in Rheinhessen in vollem Gange, erste Betriebe sind gar schon im Finale. Für alle Winzer überraschend sind die guten Erträge. Hatte man doch wegen der lang anhaltenden Trockenheit mit wenig Saftausbeute beim Keltern gerechnet. Noch immer sind die Trauben kerngesund und setzen jeden Sonnenstrahl in steigende Mostgewichte um.

Es herrscht im Gegensatz zum vergangenen Jahr keinerlei Erntestress, die Lese lässt sich Tage im Voraus planen und wird so, wo es die Wasserreserven im Boden hergeben auch noch hinausgezögert. Die jetzt kühlen Nächte und sonnigen Tage fördern die Aromareife und bremsen auch den Säureabbau.

Die Moste in den Kellern sorgen nach dem Keltern für viel Freude. Die moderate Säure verlangt den Winzern zwar eine sehr akribische Arbeitsweise ab, doch die bei der Gärung aus den Fässern duftenden Aromen lassen Gutes erwarten. Bei den gärenden Rotweinmaischen beeindruckt die Farbe und auch die Mostgewichte lassen kräftige nachhaltige Rotweine erwarten.

ImTRaubenvollernter Gegensatz zum vergangenen Jahr werden die Fässer der Weingüter dieses Jahr voll werden und die Weinfreunde müssen dann nicht mehr auf einige Lieblingsweine verzichten. Genauer lässt sich das jedoch erst sagen, wenn auch die spätreifenden Sorten Riesling & Co. gelesen werden. Hier kann man – sofern die Wasserversorgung der Rebstöcke dies zulässt und die Trauben bis in den Oktober hinein reifen können – noch auf ganz große Weine hoffen.

Viele Vorschusslorbeeren für den Jahrgang 2018

Im Spätsommer gibt es für viele Weinfreunde nichts Spannenderes, als über den kommenden Jahrgang zu spekulieren. Die ersten Trauben für Federweißen wurden bereits in der ersten Augustwoche geerntet. Gerne wird dabei von einem allgemeinen Lesebeginn gesprochen. Aber Federweißer ist in den Köpfen der Verbraucher mittlerweile ein eigenes Produkt und wird nur noch von den Winzern selbst und einigen Insidern als Zwischenstufe des Weinwerdens von Trauben gesehen.In diesem Jahr ist das Orakeln wie er denn nun werden wird, der 2018er, aufgrund des schon seit der Rebblüte bestehenden Entwicklungsvorsprungs  und des sonnenreichen Sommers besonders spannend. Wann hatten wir das letzte Mal einen solch trockenen Sommer, wann waren wir mit der Reife so früh dran? Schnell ist man derzeit bei Vergleichen mit früheren Spitzenjahrgängen. Die Reifeentwicklung ist vergleichsweise weit fortgeschritten und ist ähnlich früh wie in den Jahren 2003 und 2011. Nur 2007 war noch etwas früher. Und wenn man noch weiter zurückgeht, landet man im Jahr 1976, ein absoluter Spitzenjahrgang dem auch ein heißer trockener Sommer vorausging.

Aber all diese Vergleiche sind müßig, denn jedes Jahr ist doch wieder anders. Es sind so viele Faktoren, die sich letztendlich auf die Qualität der Trauben auswirkten, denn nur aus wirklich perfekten Trauben kann man einen Spitzenwein keltern. Das Ergebnis richtet sich immer nach dem Faktor, der in geringster Menge vorhanden ist. Wesentlich ist jetzt die Witterung in den letzten Tagen vor der Lese. Viele Weinberge dürsten im Moment nach Wasser, sind in den letzten heißen Tagen in ihrer Entwicklung stehengeblieben. Die Beeren haben sich nicht mehr weiter gefüllt, durch die geringe Assimilation wurde nur wenig Zucker gebildet und auch kaum Säure abgebaut. Zu viel Regen wäre jetzt aber auch fatal. Die Beeren würden sich zu schnell füllen und platzen, so dass sich im Nu Fäulnis ausbreiten würde. Dem gefürchteten neuen Schädling Kirschessigfliege, den es in den eingangs genannten Vergleichsjahrgängen hierzulande noch gar nicht gab, ist es derzeit zu heiß und viele Winzer haben ihr auch mit dem Entblättern der Trauben den geliebten Schatten genommen.  Ideal wäre jetzt ein ergiebiger Landregen, aber kein Starkregen oder gar Hagel, um die mancherorts schon welken Beeren wieder aufzufrischen. Danach stehen sonnenreiche nicht zu heiße Tage und kühle Nächte auf dem Wunschzettel, die die Aromabildung fördern.

vollreife TraubenDie Vorzeichen für einen Spitzenjahrgang sind unumstritten positiv. Gerade die Rotweintrauben entwickeln mit der Sonne eine intensive Farbe und die hohen Mostgewichte verschaffen den Weinen nach der Vergärung eine gute Struktur und ein kräftiges Rückgrat. Bei den weißen Trauben werden die Winzer die Mostgewichte und die Säureentwicklung im Auge behalten müssen, da hier die Produktion von frischen, spritzigen und fruchtigen Weinen forciert wird. Die Erntemenge sieht aufgrund des guten Behangs sehr ordentlich aus. Diese hängt jetzt maßgeblich von den Niederschlägen der kommenden Tage ab. Sollten diese jedoch ausbleiben, werden sich die Erträge aufgrund geringer Saftausbeute beim Keltern schnell relativieren.

Drücken wir also weiterhin die Daumen für einen nächsten Jahrhundertjahrgang 2018.

Die Winzer haben alle Hände voll zu tun

Der April war warm und die Reben trieben so früh aus wie noch selten zuvor. Doch der Wachstums-Sprint ging auch im Mai weiter. Derzeit wächst es überall aus den Rebstöcken.

Die Triebe, die aus dem Stamm wachsen, müssen entfernt werden, da sie eine Wasser- und Nährstoffkonkurrenz zu den Trieben oben auf den Ruten darstellen. Diese wiederum müssen jetzt in den Drahtrahmen eingeheftet werden, um sie vor Windbruch zu schützen und vor allen Dingen nach oben wachsen zu lassen. Alles ist Handarbeit. Und weil kaum ein Winzer mit dieser rasanten Entwicklung gerechnet hat, wurden auch die Helfer erst für Anfang Mai bestellt. Jetzt kommt natürlich alles auf einmal und gerade das sonst übliche Vereinzeln von Doppeltrieben ist jetzt nur noch schwer möglich, da die Triebe schon zu lang sind.Im Gegensatz zum vergangenen Jahr haben die Reben nachdem jetzt auch noch die sogenannten „Eisheiligen“ überstanden sind keine Frostschaden erlitten. Die Entwicklung ist nicht nur überdurchschnittlich weit voran, auch der Fruchtansatz sieht sehr gut aus. Die Natur scheint die Winzer für die geringen Erträge des vergangenen Jahres entschädigen zu wollen. Wenn 12 bis 13 Blätter je Trieb gewachsen sind beginnt erfahrungsgemäß die Blüte, viele Weinberge stehen kurz davor, so dass auch die Blüte eine der frühesten der vergangenen Jahre werden könnte. So stehen derzeit alle Zeichen auf einen ebenso zeitigen Lesebeginn wie im vergangenen Jahr.

Jetzt ist Pflanzzeit im Weinberg

Im Frühjahr, wenn sich der Boden abtrocknet und erwärmt, werden die neuen Reben gepflanzt. Für den Winzer ist das Pflanzen eines Weinbergs immer eine spannende Weichenstellung für die Zukunft. Die Entscheidung für eine Rebsorte fällt für 25 und mehr Jahre. Erst nach 20 Jahren haben sich die Kosten für Pflanzreben, Drahtanlage und den immensen Arbeitseinsatz betriebswirtschaftlich gerechnet. Derzeit geht der Trend zu noch älteren Weinbergen, da ältere Reben tiefer wurzeln und intensivere Weine liefern. So rückt das Nachpflanzen von Reben in bestehenden Weinbergen auch immer mehr in den Fokus der Winzer.

Ein Winzer muss sich die Rebsorte, die er pflanzen will sehr, genau überlegen.Dieses Jahr werden wie in den vergangenen Jahren auch klassischen Rebsorten wie Riesling, Weiß- und Grauburgunder gepflanzt, ganz stark werden jedoch Bukettsorten wie Muskateller oder Gewürztraminer von den Winzern bei den Rebveredlern nachgefragt. Rotweinsorten kommen weniger zum Zug, Rheinhessen ist wieder auf dem Weg zu mehr Weißwein.https://www.rheinhessen.de/images/bfy_jdk2yg4-/reben-pflanzen.jpeg

Immer öfter wird jedoch nicht immer der komplette Weinberg neu gepflanzt. Sofern die Drahtanlage noch in Ordnung ist, die Rebsorte noch im Trend ist und noch nicht allzu viele Stöcke ausgefallen sind wird auch zunehmend nachgepflanzt. Alte Reben sorgen für dichtere Weine, so dass die Winzer derzeit bestrebt sind, eine Rebanlage auch weit über die 30 Jahre hinaus zu nutzen. Diese Pflanzung muss zwar in mühsamer Handarbeit (Loch graben, Pflanzerde zugeben und mit Wasser angießen) durchgeführt werden, aber man hat gegenüber einer kompletten Neuanlage auch keine zwei Jahre Ertragsausfall auf der kompletten Fläche.