Jetzt ist Pflanzzeit im Weinberg

Im Frühjahr, wenn sich der Boden abtrocknet und erwärmt, werden die neuen Reben gepflanzt. Für den Winzer ist das Pflanzen eines Weinbergs immer eine spannende Weichenstellung für die Zukunft. Die Entscheidung für eine Rebsorte fällt für 25 und mehr Jahre. Erst nach 20 Jahren haben sich die Kosten für Pflanzreben, Drahtanlage und den immensen Arbeitseinsatz betriebswirtschaftlich gerechnet. Derzeit geht der Trend zu noch älteren Weinbergen, da ältere Reben tiefer wurzeln und intensivere Weine liefern. So rückt das Nachpflanzen von Reben in bestehenden Weinbergen auch immer mehr in den Fokus der Winzer.

Ein Winzer muss sich die Rebsorte, die er pflanzen will sehr, genau überlegen.Dieses Jahr werden wie in den vergangenen Jahren auch klassischen Rebsorten wie Riesling, Weiß- und Grauburgunder gepflanzt, ganz stark werden jedoch Bukettsorten wie Muskateller oder Gewürztraminer von den Winzern bei den Rebveredlern nachgefragt. Rotweinsorten kommen weniger zum Zug, Rheinhessen ist wieder auf dem Weg zu mehr Weißwein.https://www.rheinhessen.de/images/bfy_jdk2yg4-/reben-pflanzen.jpeg

Immer öfter wird jedoch nicht immer der komplette Weinberg neu gepflanzt. Sofern die Drahtanlage noch in Ordnung ist, die Rebsorte noch im Trend ist und noch nicht allzu viele Stöcke ausgefallen sind wird auch zunehmend nachgepflanzt. Alte Reben sorgen für dichtere Weine, so dass die Winzer derzeit bestrebt sind, eine Rebanlage auch weit über die 30 Jahre hinaus zu nutzen. Diese Pflanzung muss zwar in mühsamer Handarbeit (Loch graben, Pflanzerde zugeben und mit Wasser angießen) durchgeführt werden, aber man hat gegenüber einer kompletten Neuanlage auch keine zwei Jahre Ertragsausfall auf der kompletten Fläche.

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In den Rebstöcken erwacht bald das Leben

Die Sonne hatte sich vergangene Woche mal kurz gezeigt bevor es wieder trüb und verregnet wurde. Nach einem sehr milden Januar hat der Februar mit seinen kalten Temperaturen die Entwicklung der Reben nochmal ausgebremst. Auch der März soll kühl und nass werden, was die Winzer aber nicht weiter stört. Zu tief sitzt noch der Schock durch den Aprilfrost des vergangenen Jahres, dessen Folgen dem frühen Austrieb geschuldet waren.

Nichtsdestotrotz wecken die wärmenden Sonnenstrahlen nicht nur bei uns Menschen die ersten „Frühlingsgefühle“, auch die Reben erwachen zu neuem Leben. An den Schnittstellen der Ruten tropft es bei milden Nachmittagstemperaturen.

Die Winzer sagen dazu auch „Weinen“ oder „Bluten“ der Reben. Diese kleinen Safttropfen an der Schnittstelle verhindern das Eindringen von Krankheitserregern in die Rebe. Bis zu einem Liter davon kann eine Rebe bei Temperaturen im zweistelligen Bereich binnen 24 Stunden produzieren. Gelehrte und Mediziner bescheinigten den kostbaren Tropfen bereits im Altertum eine heilende Wirkung. Sie seien gut für die Augen und Ohren, förderten die Seh- und Hörkraft, sie wirkten positiv auf Kopf, Magen, Darm, Niere und Blase, linderten sogar Brechreiz und dämmten das Wachstum von Warzen ein.

Der Rebschnitt ist bei den meisten Betrieben mittlerweile beendet. Auch mit dem „Biegen“ sind die Winzer schon sehr gut vorangekommen. Im März verbringen die Winzer mehr Zeit im Keller als im Weinberg, da jetzt die 2017er Weißweine abgefüllt werden, um diese in den zahlreichen Frühjahrsverkostungen den Weinfreunden zu präsentieren.

Quelle : Rheinhessenwein

Über Biegen und (nicht) Brechen

Die Natur hat auf die Bremse getreten. Nach dem viel zu warmen nassen Januar ist jetzt nochmal richtig sonniges, kaltes Winterwetter zu uns gekommen. Die Winzer sind derzeit am Abfüllen der 2017er Weißweine und freuen sich darauf, Ihnen diese präsentieren zu können.

Bedingt durch das tolle Wetter in den vergangenen Tagen sind die Winzer mit dem Rebschnitt sehr gut vorangekommen. Die sich direkt anschließende Tätigkeit ist das so genannte „Biegen“ oder auch „Gerten“. Zumeist steht jetzt nur noch ein Trieb aus dem vergangenen Jahr. Dieses Jahr sieht man öfters auch mal zwei, da die Winzer aus den frostigen Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr zur Sicherheit eine zweite Rute haben stehen lassen, so dass mehr Knospen zum Austrieb zur Verfügung stehen.

Der oder diese Triebe werden jetzt umgebogen und am untersten Draht des Drahtrahmens befestigt. Dabei muss man bei den derzeitigen Temperaturen und dem damit noch fehlenden Saftfluss aufpassen, dass die Rute nicht abbricht, sonst ist der Ertrag dieses Rebstockes enorm reduziert. Mit diesem Umbiegen werden die Knospen und damit die kommenden Triebe gleichmäßig im Drahtrahmen verteilt, was eine gute Besonnung und Abtrocknung der späteren Trauben verspricht.

Die Winzer hatten bei einer Fortsetzung des zu warmen Januars schon befürchtet, dass es wieder zu einem ähnlich frühen Austrieb wie im vergangenen Jahr gekommen wäre. Jetzt hat der kalte Februar in der Natur nochmal ordentlich auf die Bremse getreten. Bleibt zu wünschen, dass sich das im März nicht wieder umkehrt und uns allen die Frostschäden infolge des frühen Austriebs dieses Jahr erspart bleiben.

Quelle: Rheinhessenwein

 

Der Rebschnitt und seine Alternative

Die Alternative zum Rebschnitt ist, wer hätte es nicht schon vermutet, kein Rebschnitt. Mit dem Strukturwandel werden die Betriebe immer größer und schaffen es dann einfach nicht, diese zeitintensive Arbeit selbst in dem Zeitfenster von 3 bis 4 Monaten zu bewerkstelligen. So stellen die Winzer wenigstens einen Teil ihrer Weinberge auf das System des Minimalschnitts oder auch des Nichtschnitts um.

Bei diesen Systemen wird im Winter kein Rebschnitt vorgenommen. Dadurch verbleiben natürlich wesentlich mehr Knospen am Rebstock. Beim Minimalschnitt werden mit einem speziell umgebauten Laubschneider (Kreissägeblätter statt der üblichen Laubmesser) wenigstens alle langen Triebe eingekürzt. Im Sommer werden die Zeilen auch beim Nichtschnittsystem dann ganz normal mit dem Laubschneider geschnitten. Im ersten Jahr nach der Umstellung bringen diese Weinberge extrem hohe Erträge, das reguliert sich aber im Laufe der Jahre, da die Triebe sukzessive verkahlen und die Trauben kleiner werden. Mit diesen Systemen kann man mehr als die Hälfte der jährlichen Hand-Arbeitszeit einsparen.Die Weine liegen qualitativ im Basisbereich, nach einigen Jahren der Umstellung auch darüber. Im vergangenen Jahr hatten diese Weinberge wesentlich geringere Schäden durch den Spätfrost im April zu verzeichnen, weshalb diese Schnittsysteme aktuell wieder verstärkt in den Fokus der Winzer rücken. Nur im Rotweinbereich wird es bei der Erzeugung von hochwertigen farbstarken Rotweinen etwas schwieriger und auch die gefürchtete Kirschessigfliege liebt die stärker beschatteten roten Trauben.

Alte Weinberge machen Platz für neue

Alte Reben sind ein wichtiger Faktor, wenn es um die Erzeugung hochwertiger Weine geht. Auch bei der Selection Rheinhessen werden 25 Jahre alte Weinberg vorausgesetzt. Für den wirtschaftlichen und vor allem nachhaltigen Betrieb eines Weingutes ist es jedoch auch von Nöten von Zeit zu Zeit Weinberge zu roden und die Flächen neu zu bestocken. Derzeit liegt die Standzeit eines Weinbergs, also die Zeit von der Pflanzung bis zu seiner Rodung bei 25 bis 30 Jahren.

Roden von WeinbergenBei der Rodung wird der komplette Drahtrahmen entfernt. Die Stämme werden mit einem Spezialpflug herausgeschleudert. Die so genannten „Wingertsknorze“ sind als Dekoration oder auch als Brennstoff zur Herstellung von Holzhackschnitzel sehr begehrt. Eingefleischte Grillfreunde schwören auch auf Wingertsknorze, um den Grill anzuheizen. Die Weinbergsfläche wird anschließend ca. 70 cm tief gelockert, bevor die neuen Reben im Frühjahr gepflanzt werden.

Manche Winzer lassen die Fläche aber auch einige Jahre brach liegen, um dem Boden nach der Monokultur Rebe eine Regenerationsphase zu gönnen. Die Rebfläche ist räumlich nicht zuletzt wegen der Qualität der Weinlagen sehr stark abgegrenzt, so dass hier ein Flächentausch mit anderen Kulturen kaum möglich ist. Aus diesem Grund finden sich in den Weinbergen mittlerweile immer öfter Leguminosenmischungen als Begrünungseinsaat, die das Bodenleben vital halten.

Früh, schnell und viele leere Fässer – das war die Weinlese 2017

Die Weinlese ist fast schon vergessen und die Weine im Keller nahezu alle vergoren. Am Schluss gab es in einigen Weinbergen nochmal echte Riesling-Highlights. Ein „gescheites“ Herbst-Wetter zum Finale hat dies für die Geduldigen und dort wo es der Gesundheitszustand der Trauben erlaubte möglich gemacht.

Der Klimawandel lässt auch die Weinberge in Rheinhessen nicht unberührt. Nüchtern betrachtet war die Hauptlese in der ersten Septemberwoche ein Herbst vor dem Herbst. In jedem Fall war´s ein richtiges Durcheinander. So wie das gesamte Vegetationsjahr, das den Winzerinnen und Winzern im Weinberg jede Menge Knüppel zwischen die Beine geworfen hat. Dazu gab´s in regionaler Willkür noch einige Stolperfallen gratis. Der Mix aus frühem Austrieb, hartem Spätfrost, Regen zur Unzeit und krassem Hagel kurz vor der Lese, war ziemlich bitter. In den Kellern sind einige Fässer leer geblieben. Dieser Jahrgang 2017 liegt mit Blick auf die Erntemenge deutlich unter dem üblichen Ergebnis. Weil die Meldungen über die Erntemengen innerhalb Rheinhessens sehr stark streuen, ist landauf, landab von einem neidischen Herbst die Rede.

Doch die Weinfreunde haben keine Trockenzeit zu befürchten. Viele gute Weißweine des Jahres 2016 warten noch darauf, entdeckt zu werden und bei den interessanten Rotweinen sind zunächst einmal die Jahrgänge 2015 und 2014 angesagt. Und aus dem letzten Jahrgang gibt es Gott sei Dank noch das eine oder andere volle Fass, das jetzt noch in Flaschen abgefüllt werden kann.

Quelle: rheinhessen.de

 

 

Rheinhessen erntet. Im Finale der Turbo-Weinlese

Die Weinlese hat dieses Jahr so früh wie nie zuvor begonnen. Bereits Ende August wurden die ersten Trauben gelesen. Der Grund für den frühen Beginn war der extrem frühe Austrieb – und genau der war auch der Grund dafür, dass die Weinlese jetzt so schnell zu Ende geht

Durch den Frost am 20. April wurden die bis dato schon weit entwickelten Reben mehr geschädigt als alle Winzer vermutet hatten. Der Ertrag beträgt jetzt in vielen Weinbergen Traubenvollernterweniger als die Hälfte der sonst üblichen Menge. Dadurch konnten die Lesemaschinen „viel Strecke machen“, d. h. recht große Flächen innerhalb ganz kurzer Zeit abernten. Das war auch gut so, denn der viele Regen der letzten Wochen, war dem Gesundheitszustand der wenigen Trauben auch nicht gerade förderlich. Aber viele Fässer in den Kellern der Winzer bleiben eben auch leer.

Die Mostgewichte haben sich insbesondere bei den spätreifenden Rebsorten infolge der Menge-Güte-Relation indessen äußerst positiv entwickelt. Rotweine wurden dieses Jahr nur sehr gezielt und bei absolut gesundem Lesegut bereitet. Stattdessen gibt es mehr Rosé, der ist derzeit am Markt ohnehin sehr gefragt. Jetzt sind nur noch einige Weinberge mit spätreifenden Rebsorten wie Riesling oder Spätburgunder zu lesen. Hier versuchen die Winzer, sofern die Trauben noch gesund sind, die optimale Aromareife abzuwarten. Das Aroma entwickelt sich gerade bei den kühlen Nächten und milden Tagen der vergangenen Woche äußerst positiv.

Es bleibt nun spannend, wie sich die Jungweine nach erfolgter Gärung präsentieren werden. Die ersten Kostproben wird es bestimmt in den nächsten Wochen zu kaufen geben, so früh wie nie.

Quelle: Rheinhessen.de