Früh, schnell und viele leere Fässer – das war die Weinlese 2017

Die Weinlese ist fast schon vergessen und die Weine im Keller nahezu alle vergoren. Am Schluss gab es in einigen Weinbergen nochmal echte Riesling-Highlights. Ein „gescheites“ Herbst-Wetter zum Finale hat dies für die Geduldigen und dort wo es der Gesundheitszustand der Trauben erlaubte möglich gemacht.

Der Klimawandel lässt auch die Weinberge in Rheinhessen nicht unberührt. Nüchtern betrachtet war die Hauptlese in der ersten Septemberwoche ein Herbst vor dem Herbst. In jedem Fall war´s ein richtiges Durcheinander. So wie das gesamte Vegetationsjahr, das den Winzerinnen und Winzern im Weinberg jede Menge Knüppel zwischen die Beine geworfen hat. Dazu gab´s in regionaler Willkür noch einige Stolperfallen gratis. Der Mix aus frühem Austrieb, hartem Spätfrost, Regen zur Unzeit und krassem Hagel kurz vor der Lese, war ziemlich bitter. In den Kellern sind einige Fässer leer geblieben. Dieser Jahrgang 2017 liegt mit Blick auf die Erntemenge deutlich unter dem üblichen Ergebnis. Weil die Meldungen über die Erntemengen innerhalb Rheinhessens sehr stark streuen, ist landauf, landab von einem neidischen Herbst die Rede.

Doch die Weinfreunde haben keine Trockenzeit zu befürchten. Viele gute Weißweine des Jahres 2016 warten noch darauf, entdeckt zu werden und bei den interessanten Rotweinen sind zunächst einmal die Jahrgänge 2015 und 2014 angesagt. Und aus dem letzten Jahrgang gibt es Gott sei Dank noch das eine oder andere volle Fass, das jetzt noch in Flaschen abgefüllt werden kann.

Quelle: rheinhessen.de

 

 

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Rheinhessen erntet. Im Finale der Turbo-Weinlese

Die Weinlese hat dieses Jahr so früh wie nie zuvor begonnen. Bereits Ende August wurden die ersten Trauben gelesen. Der Grund für den frühen Beginn war der extrem frühe Austrieb – und genau der war auch der Grund dafür, dass die Weinlese jetzt so schnell zu Ende geht

Durch den Frost am 20. April wurden die bis dato schon weit entwickelten Reben mehr geschädigt als alle Winzer vermutet hatten. Der Ertrag beträgt jetzt in vielen Weinbergen Traubenvollernterweniger als die Hälfte der sonst üblichen Menge. Dadurch konnten die Lesemaschinen „viel Strecke machen“, d. h. recht große Flächen innerhalb ganz kurzer Zeit abernten. Das war auch gut so, denn der viele Regen der letzten Wochen, war dem Gesundheitszustand der wenigen Trauben auch nicht gerade förderlich. Aber viele Fässer in den Kellern der Winzer bleiben eben auch leer.

Die Mostgewichte haben sich insbesondere bei den spätreifenden Rebsorten infolge der Menge-Güte-Relation indessen äußerst positiv entwickelt. Rotweine wurden dieses Jahr nur sehr gezielt und bei absolut gesundem Lesegut bereitet. Stattdessen gibt es mehr Rosé, der ist derzeit am Markt ohnehin sehr gefragt. Jetzt sind nur noch einige Weinberge mit spätreifenden Rebsorten wie Riesling oder Spätburgunder zu lesen. Hier versuchen die Winzer, sofern die Trauben noch gesund sind, die optimale Aromareife abzuwarten. Das Aroma entwickelt sich gerade bei den kühlen Nächten und milden Tagen der vergangenen Woche äußerst positiv.

Es bleibt nun spannend, wie sich die Jungweine nach erfolgter Gärung präsentieren werden. Die ersten Kostproben wird es bestimmt in den nächsten Wochen zu kaufen geben, so früh wie nie.

Quelle: Rheinhessen.de

Weinlese 2017

IMG_20170919_073340_hdrKnapp 10 Tage nach Erntebeginn, dem frühesten an den ich mich erinnern kann, sind die frühen Sorten wie Müller Thurgau, Portugieser und Dornfelder im Keller. Trotz insgesamt einer geringeren Anzahl an Trauben am Stock sind wir mit Qualität und Menge sehr zufrieden. Durch den Regen der letzten Wochen, der u.a. für diesen frühen Lesestart gesorgt hat, haben die Trauben sich gefüllt und so die Quantität doch erheblich erhöht.

Im IMG_20170919_073121_hdrGegensatz zu vielen Kollegen im angrenzeneden Gebiet wurden wir hier in Hackenheim größtenteils von den Aprilfrösten verschont und ernten dieses Jahr auf „normalem“ Ertragsniveau.

Der Wetterbericht sieht für die nächsten Tage sehr gut aus: Temperaturen bis 20 Grad und vor allem trockenes und sonniges Wetter. Für uns ein Grund für eine Erntepause.

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Die spätreifen Riesling, Spätburgunder, Chardonnay und Cabernet brauchen noch etwas Reife bevor wir hier die ersten Trauben ernten können.

Also Daumen drücken für gutes Traubenreifewetter und für den 2017er Jahrgang!

 

 

 

 

Die Trauben werden reif – so früh wie selten zuvor

Für das Rebenwachstum waren die letzten Wochen geradezu ideal. Ausreichend Wasser im Boden und häufig, wenn auch nicht immer Sonnenschein. Das oft schwüle Wetter, das uns Menschen so gar nicht gefällt, bekommt den Reben sehr gut.

Die Winzer müssen nur über den Pflanzenschutz und über eine optimale Laubarbeit dafür sorgen, dass die Trauben gesund bleiben, was bislang auch durchweg funktioniert hat. Durch die Turboentwicklung dieses Jahr mit frühem Austrieb und früher Blüte ist die Entwicklung dem Mittelwert der vergangenen Jahre um einiges voraus und gerade im direkten Vergleich zum vergangenen Jahr macht sich der Vorsprung besonders bemerkbar. Zwei bis drei Wochen dürfte dieser derzeit betragen.Die roten Trauben sind in der Färbung schon relativ weit fortgeschritten, auch die frühreifenden weißen Trauben kann man bereits probieren. Die Lese für den ersten Federweißen wird in diesen Tagen beginnen. Mit dem Beginn der eigentlichen Weinlese rechnen die Winzer derzeit für die zweite Septemberwoche. Die Erwartungen an den Traubenertrag sind dabei sehr unterschiedlich. Der Fruchtansatz ist sehr gut, die Beeren haben sich prächtig gefüllt, eigentlich beste Voraussetzungen für einen mengenmäßig guten Jahrgang, wenn da nicht in manchen Regionen massive Einbußen durch den späten Frost im April und zusätzlich noch Hagel im Juli gewesen wären. Das relativiert die Prognosen für Gesamt-Rheinhessen auf einen insgesamt durchschnittlichen Ertrag.Vollreife TraubeZur Qualität kann man noch immer wenig sagen. Der Entwicklungsvorsprung bietet zwar gute Voraussetzungen für hohe Mostgewichte, wenn die Trauben denn bis zur Vollreife hängen bleiben können. Die aktuell feuchtwarme Witterung ist jedoch in den letzten Wochen vor der Lese alles andere als ideal. Das begünstigt Fäulnis und bietet auch optimale Vermehrungsbedingungen für die gefürchtete Kirschessigfliege, dem neuen Schädling bei roten Trauben, der den Winzern seit einigen Jahren große Sorgenfalten auf die Stirn treibt. Also heißt es jetzt Daumen drücken für sonnige Tage, kühle Nächte und vor allem kein Regen mehr.

Rasantes Triebwachstum verlangte vollen Einsatz

Die letzten Wochen hatten die Winzer mit den Laubarbeiten in den Weinbergen alle Hände voll zu tun. Durch das heiße Wetter sind die Reben rasant gLaubschneiderewachsen. Manche Weinberge sahen zwischendrin völlig zerzaust aus.

 

Aber nun ist das was bei den Laubarbeiten  noch von Menschenhand erledigt werden muss geschafft. Die Triebe sind alle in den Drahtrahmen gesteckt und die überflüssigen Triebe am Boden und am Stammkopf wurden entfernt.

Die Kürzung der Triebe übernimmt jetzt der Laubschneider und auch die Entblätterung der Traubenzone wird maschinell erledigt. Die Trauben füllen sich jetzt schnell und erreichen in den nächsten Tagen ihre endgültige Größe und die ist dieses Jahr bei den weniger als sonst üblichen Trauben beträchtlich. Danach beginnt die Zuckereinlagerung, also die eigentliche Reife.

In manchen Gemarkungen müssen die Winzer dieses Jahr den einen oder anderen „Stolperstein“ erleben. Nicht nur, dass der Ertrag vom Frost dezimiert wurde, dann stresste die lange Trockenperiode die Reben und nun kam auch noch örtlich Hagel hinzu. Im Gegensatz zum letzten Jahr gibt es wenigstens kaum Probleme mit  Pilzkrankheiten.

Die Blüte verlief prachtvoll

RebblüteSonne satt, auch nachts relativ warm und die Reben finden auch noch genügend Wasser im Boden. Besser geht es nicht. Die Reben wachsen im „Turbotempo“. Die Blüte verlief optimal und ist selbst in den allerspätesten Lagen fast abgeschlossen.

In frühen Lagen sind die Trauben schon bald erbsengroß. Mit dem Dickenwachstum der Trauben verlangsamt sich jetzt das Wachstum der Triebe, so dass die Winzer endlich bei den Laubarbeiten aufholen können. Denn die sind die Grundlage für die weiteren qualitätsorientierten Maßnahmen. Das beginnt jetzt zunächst mit dem ersten Laubschnitt und geht anschließend mit der Entblätterung weiter. Beide Maßnahmen fördern die Durchlüftung der Laubwand und die Besonnung der Trauben.Auch die vielerorten frostgeschädigten Weinberge sind mittlerweile wieder ergrünt. Allerdings sind an diesen nachgewachsenen Trieben kaum Trauben zu finden, so dass die Winzer hier  die sehr aufwändigen Laubarbeiten mit Frust durchführen.  Aber man benötigt die Triebe fürs nächste Jahr und hofft, dass die Weinberge den dieses Jahr fehlenden Ertrag im nächsten Jahr wieder ausgleichen.Mit dem Verlauf der Blüte wurde ein wichtiger Meilenstein für den Jahrgang 2017 gelegt. Schon jetzt kann man sagen, dass es große Schwankungen in der Erntemenge zwischen den Weinbergen geben wird. Die nicht vom Frost betroffenen Weinberge werden wohl recht hohe Erträge bringen. Zum Ende der Blüte kann man auch den Lesetermin grob berechnen: 100 bis 110 Tage braucht die Traube von der Blüte bis zur Vollreife, was einen frühen Lesetermin Anfang bis Mitte September erwarten lässt.

Warten auf das, was kommt

Mai 2017 – Blick in den Weinberg

Die Frostnacht vom 20. April hatte nicht nur die Winzer in eine gebannte Starre verfallen lassen, auch die Reben wollten zunächst einfach nicht mehr weiterwachsen. Fast einen Monat später hat sich das Ausmaß der Frostschäden etwas relativiert.

Viele Weinberge haben sich erholt, bei anderen fangen die Knospen gerade erst wieder an auszutreiben. Teilweise sieht man aber noch gar keinen Neuaustrieb. So findet man selbst an einem Rebstock ein sehr differenziertes Entwicklungsspektrum von sichtbaren Trauben bis zu einem zarten Knospenschwellen. Ob  an diesen Knospen nochmal Trauben wachsen kann derzeit niemand sagen, weshalb auch noch immer zum tatsächlichen Ernteverlust noch nichts gesagt werden kann.

Das macht natürlich die Heftarbeiten in diesen Weinbergen nicht gerade einfach, da die Triebe in den nächsten Wochen ein sehr unterschiedliches Längenwachstum haben werden. Auch bleibt spannend wie sich die Reife der Trauben bei einer Schwankungsbreite von 6 Wochen beim Austrieb entwickeln wird. Kann die Natur das ausgleichen?

In den nicht geschädigten Weinbergen stehen jetzt weitere qualitätsoptimierende Arbeiten, wie die Entfernung von Doppeltrieben an (die man natürlich bei den frostgeschädigten Weinbergen am liebsten dranstecken würde). Hier geht es darum, die Laubwand für eine bessere Belichtung und Besonnung aufzulockern. Auch müssen die sogenannten Wasserschosse, das sind die Triebe die am Stammfuß wachsen, entfernt werden. Diese stehen ansonsten in Konkurrenz mit den traubentragenden Trieben oben.