Die Weinlese in Rheinhessen ist (fast) abgeschlossen

Draußen in den Weinbergen ist es ruhig geworden. Die Trauben sind gekeltert, die Moste größtenteils vergoren. Die Winzer sind mit der Qualität der Trauben sehr zufrieden, bei der Menge sind manche gar mehr als zufrieden.

RebscherenAb und an hängt noch ein Weinberg in der Gemarkung. Hier sollen edelsüße Spezialitäten gewonnen werden, was dieses Jahr in Anbetracht der immer noch kerngesunden Trauben und der einfach nicht eintreten wollenden Edelfäule ein schwieriges Unterfangen ist. Für die Gewinnung von Eiswein sind das indessen hervorragende Voraussetzungen, so dass wohl viele Trauben bis zu den kalten Winternächten hängenbleiben werden.
Die ersten 2018er Weiß- und Roséweine sind schon abgefüllt und begeistern Winzer und Weinfreunde gleichermaßen mit ihrer tollen Frucht und einer dezenten Weinsäure, so dass man diese jetzt schon wunderbar genießen kann. Besonders freuen sollten Sie sich allerdings auf die Rotweine aus dem Jahrgang 2018, die sowohl mit ihrer Farbe und auch dem kräftigen Geschmack herausragende Genusserlebnisse erwarten lassen. Hier sollten Sie jedoch noch einige Monate Geduld aufbringen …

 

 

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Rheinhessen mitten in der Weinlese

Die Weinlese ist in Rheinhessen in vollem Gange, erste Betriebe sind gar schon im Finale. Für alle Winzer überraschend sind die guten Erträge. Hatte man doch wegen der lang anhaltenden Trockenheit mit wenig Saftausbeute beim Keltern gerechnet. Noch immer sind die Trauben kerngesund und setzen jeden Sonnenstrahl in steigende Mostgewichte um.

Es herrscht im Gegensatz zum vergangenen Jahr keinerlei Erntestress, die Lese lässt sich Tage im Voraus planen und wird so, wo es die Wasserreserven im Boden hergeben auch noch hinausgezögert. Die jetzt kühlen Nächte und sonnigen Tage fördern die Aromareife und bremsen auch den Säureabbau.

Die Moste in den Kellern sorgen nach dem Keltern für viel Freude. Die moderate Säure verlangt den Winzern zwar eine sehr akribische Arbeitsweise ab, doch die bei der Gärung aus den Fässern duftenden Aromen lassen Gutes erwarten. Bei den gärenden Rotweinmaischen beeindruckt die Farbe und auch die Mostgewichte lassen kräftige nachhaltige Rotweine erwarten.

ImTRaubenvollernter Gegensatz zum vergangenen Jahr werden die Fässer der Weingüter dieses Jahr voll werden und die Weinfreunde müssen dann nicht mehr auf einige Lieblingsweine verzichten. Genauer lässt sich das jedoch erst sagen, wenn auch die spätreifenden Sorten Riesling & Co. gelesen werden. Hier kann man – sofern die Wasserversorgung der Rebstöcke dies zulässt und die Trauben bis in den Oktober hinein reifen können – noch auf ganz große Weine hoffen.

Viele Vorschusslorbeeren für den Jahrgang 2018

Im Spätsommer gibt es für viele Weinfreunde nichts Spannenderes, als über den kommenden Jahrgang zu spekulieren. Die ersten Trauben für Federweißen wurden bereits in der ersten Augustwoche geerntet. Gerne wird dabei von einem allgemeinen Lesebeginn gesprochen. Aber Federweißer ist in den Köpfen der Verbraucher mittlerweile ein eigenes Produkt und wird nur noch von den Winzern selbst und einigen Insidern als Zwischenstufe des Weinwerdens von Trauben gesehen.In diesem Jahr ist das Orakeln wie er denn nun werden wird, der 2018er, aufgrund des schon seit der Rebblüte bestehenden Entwicklungsvorsprungs  und des sonnenreichen Sommers besonders spannend. Wann hatten wir das letzte Mal einen solch trockenen Sommer, wann waren wir mit der Reife so früh dran? Schnell ist man derzeit bei Vergleichen mit früheren Spitzenjahrgängen. Die Reifeentwicklung ist vergleichsweise weit fortgeschritten und ist ähnlich früh wie in den Jahren 2003 und 2011. Nur 2007 war noch etwas früher. Und wenn man noch weiter zurückgeht, landet man im Jahr 1976, ein absoluter Spitzenjahrgang dem auch ein heißer trockener Sommer vorausging.

Aber all diese Vergleiche sind müßig, denn jedes Jahr ist doch wieder anders. Es sind so viele Faktoren, die sich letztendlich auf die Qualität der Trauben auswirkten, denn nur aus wirklich perfekten Trauben kann man einen Spitzenwein keltern. Das Ergebnis richtet sich immer nach dem Faktor, der in geringster Menge vorhanden ist. Wesentlich ist jetzt die Witterung in den letzten Tagen vor der Lese. Viele Weinberge dürsten im Moment nach Wasser, sind in den letzten heißen Tagen in ihrer Entwicklung stehengeblieben. Die Beeren haben sich nicht mehr weiter gefüllt, durch die geringe Assimilation wurde nur wenig Zucker gebildet und auch kaum Säure abgebaut. Zu viel Regen wäre jetzt aber auch fatal. Die Beeren würden sich zu schnell füllen und platzen, so dass sich im Nu Fäulnis ausbreiten würde. Dem gefürchteten neuen Schädling Kirschessigfliege, den es in den eingangs genannten Vergleichsjahrgängen hierzulande noch gar nicht gab, ist es derzeit zu heiß und viele Winzer haben ihr auch mit dem Entblättern der Trauben den geliebten Schatten genommen.  Ideal wäre jetzt ein ergiebiger Landregen, aber kein Starkregen oder gar Hagel, um die mancherorts schon welken Beeren wieder aufzufrischen. Danach stehen sonnenreiche nicht zu heiße Tage und kühle Nächte auf dem Wunschzettel, die die Aromabildung fördern.

vollreife TraubenDie Vorzeichen für einen Spitzenjahrgang sind unumstritten positiv. Gerade die Rotweintrauben entwickeln mit der Sonne eine intensive Farbe und die hohen Mostgewichte verschaffen den Weinen nach der Vergärung eine gute Struktur und ein kräftiges Rückgrat. Bei den weißen Trauben werden die Winzer die Mostgewichte und die Säureentwicklung im Auge behalten müssen, da hier die Produktion von frischen, spritzigen und fruchtigen Weinen forciert wird. Die Erntemenge sieht aufgrund des guten Behangs sehr ordentlich aus. Diese hängt jetzt maßgeblich von den Niederschlägen der kommenden Tage ab. Sollten diese jedoch ausbleiben, werden sich die Erträge aufgrund geringer Saftausbeute beim Keltern schnell relativieren.

Drücken wir also weiterhin die Daumen für einen nächsten Jahrhundertjahrgang 2018.

Die Winzer haben alle Hände voll zu tun

Der April war warm und die Reben trieben so früh aus wie noch selten zuvor. Doch der Wachstums-Sprint ging auch im Mai weiter. Derzeit wächst es überall aus den Rebstöcken.

Die Triebe, die aus dem Stamm wachsen, müssen entfernt werden, da sie eine Wasser- und Nährstoffkonkurrenz zu den Trieben oben auf den Ruten darstellen. Diese wiederum müssen jetzt in den Drahtrahmen eingeheftet werden, um sie vor Windbruch zu schützen und vor allen Dingen nach oben wachsen zu lassen. Alles ist Handarbeit. Und weil kaum ein Winzer mit dieser rasanten Entwicklung gerechnet hat, wurden auch die Helfer erst für Anfang Mai bestellt. Jetzt kommt natürlich alles auf einmal und gerade das sonst übliche Vereinzeln von Doppeltrieben ist jetzt nur noch schwer möglich, da die Triebe schon zu lang sind.Im Gegensatz zum vergangenen Jahr haben die Reben nachdem jetzt auch noch die sogenannten „Eisheiligen“ überstanden sind keine Frostschaden erlitten. Die Entwicklung ist nicht nur überdurchschnittlich weit voran, auch der Fruchtansatz sieht sehr gut aus. Die Natur scheint die Winzer für die geringen Erträge des vergangenen Jahres entschädigen zu wollen. Wenn 12 bis 13 Blätter je Trieb gewachsen sind beginnt erfahrungsgemäß die Blüte, viele Weinberge stehen kurz davor, so dass auch die Blüte eine der frühesten der vergangenen Jahre werden könnte. So stehen derzeit alle Zeichen auf einen ebenso zeitigen Lesebeginn wie im vergangenen Jahr.

Jetzt ist Pflanzzeit im Weinberg

Im Frühjahr, wenn sich der Boden abtrocknet und erwärmt, werden die neuen Reben gepflanzt. Für den Winzer ist das Pflanzen eines Weinbergs immer eine spannende Weichenstellung für die Zukunft. Die Entscheidung für eine Rebsorte fällt für 25 und mehr Jahre. Erst nach 20 Jahren haben sich die Kosten für Pflanzreben, Drahtanlage und den immensen Arbeitseinsatz betriebswirtschaftlich gerechnet. Derzeit geht der Trend zu noch älteren Weinbergen, da ältere Reben tiefer wurzeln und intensivere Weine liefern. So rückt das Nachpflanzen von Reben in bestehenden Weinbergen auch immer mehr in den Fokus der Winzer.

Ein Winzer muss sich die Rebsorte, die er pflanzen will sehr, genau überlegen.Dieses Jahr werden wie in den vergangenen Jahren auch klassischen Rebsorten wie Riesling, Weiß- und Grauburgunder gepflanzt, ganz stark werden jedoch Bukettsorten wie Muskateller oder Gewürztraminer von den Winzern bei den Rebveredlern nachgefragt. Rotweinsorten kommen weniger zum Zug, Rheinhessen ist wieder auf dem Weg zu mehr Weißwein.https://www.rheinhessen.de/images/bfy_jdk2yg4-/reben-pflanzen.jpeg

Immer öfter wird jedoch nicht immer der komplette Weinberg neu gepflanzt. Sofern die Drahtanlage noch in Ordnung ist, die Rebsorte noch im Trend ist und noch nicht allzu viele Stöcke ausgefallen sind wird auch zunehmend nachgepflanzt. Alte Reben sorgen für dichtere Weine, so dass die Winzer derzeit bestrebt sind, eine Rebanlage auch weit über die 30 Jahre hinaus zu nutzen. Diese Pflanzung muss zwar in mühsamer Handarbeit (Loch graben, Pflanzerde zugeben und mit Wasser angießen) durchgeführt werden, aber man hat gegenüber einer kompletten Neuanlage auch keine zwei Jahre Ertragsausfall auf der kompletten Fläche.

In den Rebstöcken erwacht bald das Leben

Die Sonne hatte sich vergangene Woche mal kurz gezeigt bevor es wieder trüb und verregnet wurde. Nach einem sehr milden Januar hat der Februar mit seinen kalten Temperaturen die Entwicklung der Reben nochmal ausgebremst. Auch der März soll kühl und nass werden, was die Winzer aber nicht weiter stört. Zu tief sitzt noch der Schock durch den Aprilfrost des vergangenen Jahres, dessen Folgen dem frühen Austrieb geschuldet waren.

Nichtsdestotrotz wecken die wärmenden Sonnenstrahlen nicht nur bei uns Menschen die ersten „Frühlingsgefühle“, auch die Reben erwachen zu neuem Leben. An den Schnittstellen der Ruten tropft es bei milden Nachmittagstemperaturen.

Die Winzer sagen dazu auch „Weinen“ oder „Bluten“ der Reben. Diese kleinen Safttropfen an der Schnittstelle verhindern das Eindringen von Krankheitserregern in die Rebe. Bis zu einem Liter davon kann eine Rebe bei Temperaturen im zweistelligen Bereich binnen 24 Stunden produzieren. Gelehrte und Mediziner bescheinigten den kostbaren Tropfen bereits im Altertum eine heilende Wirkung. Sie seien gut für die Augen und Ohren, förderten die Seh- und Hörkraft, sie wirkten positiv auf Kopf, Magen, Darm, Niere und Blase, linderten sogar Brechreiz und dämmten das Wachstum von Warzen ein.

Der Rebschnitt ist bei den meisten Betrieben mittlerweile beendet. Auch mit dem „Biegen“ sind die Winzer schon sehr gut vorangekommen. Im März verbringen die Winzer mehr Zeit im Keller als im Weinberg, da jetzt die 2017er Weißweine abgefüllt werden, um diese in den zahlreichen Frühjahrsverkostungen den Weinfreunden zu präsentieren.

Quelle : Rheinhessenwein

Über Biegen und (nicht) Brechen

Die Natur hat auf die Bremse getreten. Nach dem viel zu warmen nassen Januar ist jetzt nochmal richtig sonniges, kaltes Winterwetter zu uns gekommen. Die Winzer sind derzeit am Abfüllen der 2017er Weißweine und freuen sich darauf, Ihnen diese präsentieren zu können.

Bedingt durch das tolle Wetter in den vergangenen Tagen sind die Winzer mit dem Rebschnitt sehr gut vorangekommen. Die sich direkt anschließende Tätigkeit ist das so genannte „Biegen“ oder auch „Gerten“. Zumeist steht jetzt nur noch ein Trieb aus dem vergangenen Jahr. Dieses Jahr sieht man öfters auch mal zwei, da die Winzer aus den frostigen Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr zur Sicherheit eine zweite Rute haben stehen lassen, so dass mehr Knospen zum Austrieb zur Verfügung stehen.

Der oder diese Triebe werden jetzt umgebogen und am untersten Draht des Drahtrahmens befestigt. Dabei muss man bei den derzeitigen Temperaturen und dem damit noch fehlenden Saftfluss aufpassen, dass die Rute nicht abbricht, sonst ist der Ertrag dieses Rebstockes enorm reduziert. Mit diesem Umbiegen werden die Knospen und damit die kommenden Triebe gleichmäßig im Drahtrahmen verteilt, was eine gute Besonnung und Abtrocknung der späteren Trauben verspricht.

Die Winzer hatten bei einer Fortsetzung des zu warmen Januars schon befürchtet, dass es wieder zu einem ähnlich frühen Austrieb wie im vergangenen Jahr gekommen wäre. Jetzt hat der kalte Februar in der Natur nochmal ordentlich auf die Bremse getreten. Bleibt zu wünschen, dass sich das im März nicht wieder umkehrt und uns allen die Frostschäden infolge des frühen Austriebs dieses Jahr erspart bleiben.

Quelle: Rheinhessenwein