Die Weinlese ist in der heißen Phase

Die Winzer sind jetzt mitten in der Weinlese, in der „heißen Phase“. Bei diesem Stichwort denkt man normalerweise an den hohen Arbeitsaufwand in dieser Zeit. Dieses Jahr kann man das bei Temperaturen von über 30 Grad Celsius am Nachmittag sogar ganz wörtlich nehmen.

Die ideale Lesetemperatur liegt bei 14 bis 15 Grad, dann muss man die Trauben oder auch den Most nicht unmittelbar kühlen, um einen langsamen Gärstart zu bewirken. Liegen die Temperaturen höher, ist auch eine Vorklärung durch Sedimentation (Absetzen lassen) nicht mehr möglich und es muss sofort sehr viel Energie eingesetzt werden, um den Most zu kühlen. Allenfalls bei der Rotweinbereitung bei der die Gärung mit den Schalen erfolgt, lassen sich ein paar Grad mehr tolerieren, hier forciert man ja einen schnellen Start der Gärung.Zum Jahrgang 2020 selbst kann man infolge der warmen Temperaturen jetzt schon sagen, dass er eine moderate Säure haben wird. Die Entwicklung der Fruchtaromen in den Trauben ist umso besser, je stärker es nachts abkühlt. Die Erträge streuen sehr stark über Rheinhessen. Dort, wo es in den letzten Wochen einige Regenschauer gegeben hat, sind sie sehr gut, dort wo die Böden steppenmäßig ausgetrocknet sind, ernten die Winzer eher unterdurchschnittliche Mengen.