Blick in den Weinberg – März 2017 Wenn die Reben weinen

Mit den langsam steigenden Temperaturen steigt in den Reben auch der Saft nach oben, was an nach dem Rebschnitt an den frischen Schnittstellen auch deutlich sichtbar ist. Hier bilden sich kleine Safttropfen, die das Eindringen von Krankheitserregern in die Rebe verhindern sollen – die Rebtränen. Bis zu ein Liter davon kann eine Rebe binnen 24 Stunden produzieren.

Aqua Vitis oder Lacrima Vitis bezeichneten die alten Gelehrten den Saft der Reben. Heute ist die Flüssigkeit besser unter ihrem deutschen Namen bekannt: Rebwasser oder Rebtränen. Gelehrte und Mediziner bescheinigen den kostbaren Tropfen bereits im Altertum eine heilende Wirkung. Sie seien gut für die Augen und Ohren, förderten die Seh- und Hörkraft, sie wirkten positiv auf Kopf, Magen, Darm, Niere und Blase, linderten sogar Brechreiz und dämmten das Wachstum von Warzen ein. Einige Gelehrte rieten die Anwendung von Rebtränen gegen Sommersprossen und schließlich wurde dem Naturprodukt auch eine lindernde Wirkung bei Zahnschmerzen zugesprochen.

Die Thesen halten gar einer wissenschaftlichen Überprüfung stand. Stoffe wie Cineol, alpha-Terpineol und besonders Thymol sind in den Rebtränen in hoher Konzentration vorhanden. Diese Stoffe besitzen antibakterielle und desinfizierende Wirkung, die besonders in Zusammenhang mit Hauterkrankungen nachgewiesen werden konnte. So werden auch verschiedene Hautcremes, die Rebtränen enthalten, angeboten.

(Quelle: Elmar M. Lorey: Von den Rebtränen. Zur Geschichte eines volkstümlichen Heilmittels aus dem Weinberg)

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