Der Jahrgang 2012 ….

….weckt große Erwartungen

Die Monate August und September sorgen für außergewöhnliche Traubenqualitäten

Kerngesunde Trauben kennzeichnen den derzeitigen Blick auf den Jahrgang 2012Die selektionierte Handlese ist bei großen Weinen nach wie vor Stand der Dinge.Der Traubenvollernter sorgt für Schlagkraft wenn es darum geht, die Trauben zum optimalen Zeitpunkt kurzfristig zu ernten.

Mit dem Beginn der Weinlese beginnen jährlich die Spekulationen um den neuen Jahrgang. „Man soll den Jahrgang nicht loben, bevor er im Keller ist.“, so lautet eine alte Winzerweisheit. Die Jahrgangsqualität wird von vielen Faktoren geprägt und die ersten Trauben sind auch schon gekeltert, so dass wir uns trauen, hier doch schon einmal etwas Vorfreude zu schüren.

Die Witterung des Jahres ist ein maßgeblicher Einflussfaktor auf die Qualität eines Jahrgangs, weshalb man hieraus schon einige Schlüsse ziehen kann. Blickt man zurück in den Winter, so war dieser zunächst eher mild.

Als viele schon nicht mehr damit gerechnet hatten wurde es von Mitte Februar bis Mitte März dann doch knackig kalt, mit Temperaturen von fast minus 20° Celsius. Glücklicherweise hinterließ der Frost jedoch keine Schäden. Der Austrieb war durch die kühlen Temperaturen im Frühjahr leicht verspätet aber vollständig. Nochmal knapp wurde es Mitte Mai, als die Eisheiligen für Temperaturen um den Gefrierpunkt sorgten. Auch hier kamen die Reben mit einem blauen Auge davon. Das Frühjahr war insgesamt sehr trocken.

Der Frühsommer war kühl und nass und ließ die Sonnenanbeter schon verzweifeln. Die Rebblüte dauerte infolge der unterdurchschnittlichen Temperaturen relativ lang, zog sich teilweise über drei Wochen bis Mitte Juni hin. Jetzt konnte man schon ausrechnen, dass es keine frühe Weinlese geben wird, da es von der Blüte an erfahrungsgemäß 100 Tage dauert, bis die Trauben reif sein werden. Die Trauben waren in geringem Maße verrieselt und wiesen lagenweise selbst innerhalb einer Traube deutliche Entwicklungsunterschiede auf. Das sorgte für eine aufgelockerte Traubenstruktur. Dass der Traubenbehang nicht sehr groß werden würde, war damals schon absehbar. Je nach der Niederschlagssituation können die Beeren  nun nur noch in der Dicke wachsen. Die Entwicklung der Trauben lag bis dato etwa 2 Wochen hinter dem langjährigen Durchschnitt zurück.

Ende Juli kam dann die große Wetterwende. Der typisch deutsche Sommer wandelte sich in einen sonnenreichen  Kontinentalsommer. Die wenigen Niederschläge fielen vor allem in regionalen Gewittern und sorgten im Gebiet für große Unterschiede in der Wasserversorgung der Reben. Manche Weinberge lechzten nach Wasser, hier fehlte ein Drittel der durchschnittlichen Regenmenge. Andere Weinberge sind optimal versorgt. Je nach Wasserverfügbarkeit füllten sich die Beeren nun sehr unterschiedlich. Die Regionen mit gut gefüllten Beeren erwarten eine durchschnittliche Erntemenge. In den trockenen Regionen sind die Beeren klein und die Saftausbeute entsprechend gering.

Der Qualität der Trauben war die Sonne sehr zuträglich. Die Messungen der Weinbaufachleute vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) in Oppenheim zeigen, dass die Mostgewichte in den letzten Wochen überdurchschnittlich um bis zu 1° Oechsle pro Tag gestiegen sind. Mittlerweile liegen die Mostgewichte 1 bis 2 Wochen vor der Norm. Heiße Tage und kühle Nächte sind gut für die Aromaausprägung, so dass man auch hier einiges erwarten kann. Bei warmen Temperaturen baut sich die Säure besser ab, die zu erwartenden moderaten Säurewerte liegen voll im Verbrauchertrend.

Die Trauben sind derzeit so gesund wie selten, weshalb die Winzer auch nur sehr zögerlich mit der Ernte begonnen haben. Die ersten Ernteergebnisse bestätigen die Vermutungen: Hervorragende Mostgewichte, moderate Säurewerte und mäßige Erträge kennzeichnen den Jahrgang. Bei manchen Rebsorten müssen die Winzer gar ein Auge auf die Säure werfen, damit sich diese nicht zu weit abbaut. Aber auch die Mostgewichte müssen im Blickwinkel bleiben. Sind diese zu hoch entstehen gerade bei trocken ausgebauten Weinen zu hohe Alkoholgehalte, die im Zuge des trendigen unkomplizierten Weingenusses nicht gewünscht sind. Im langjährigen Jahrgangsvergleich liegt der 2012er lt. den Spezialisten vom DLR Oppenheim derzeit in der Linie des 2009er, bei manchen Rebsorten ist das Qualitätsniveau auch schon darüber.

Die Winzer gehen jetzt regelmäßig in ihre Weinberge und beobachten diese Entwicklung. Der Traubenvollernter ermöglicht ihnen, die Trauben sehr schlagkräftig und zum optimalen Zeitpunkt zu ernten. Da die Sonne auch weiterhin strahlen soll, können die Winzer ganz entspannt an die Arbeit gehen und die Weinfreunde sich schon jetzt auf große 2012er Entdeckungen freuen.

Quelle: Rheinhessenwein

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