Weinrallye Inselweine…

WeinrallyeThomas Lippert vom Winzerblog hat die Anregung gegeben (Charles Bugnowski das Logo beigesteuert – weincasting.com) und die deutschen Weinweblogs machen mit. Heute gibt es auf vielen Blogs eine Weinrallye mit dem Titel: Reif für die Insel.

Alle interessierten Blogger waren aufgerufen einen Wein, der von einer Insel stammt, aufzumachen und etwas darüber zu schreiben.

Das wollen wir hiermit tun. Wir werden hier weder einen Wein von der 30 Millionen Jahre alten „Tertiärmeerinsel“ Hackenheimer Kirchberg, noch einen von der Mariannenaue im Rheingau vorstellen. Auch die Flasche aus Korsika, die wir kurzzeitig favorisiert hatten, lassen wir zu. (Vielleicht hätten wir mehr Spaß mit einem Wein von den vorgenannten Inseln gehabt…)
„Unser Wein“ stammt vom südlichsten Punkt…

CDA… Kanadas – von Pelee Island im Eriesee, genauer von der Pelee Island Winery.

Gegründet 1979, handelt es sich bei dem Weingut, dass dem Anbaugebiet Ontario zugeordnet ist, um den größten Erzeuger des Landes. Die etwa 230 Hektar Anbaufläche der Winery liegen ausschließlich auf der Insel. Verabeitet werden die Trauben allerdings in Kingsville auf dem Festland. Nach der Ernte werden sie mit Schiffen dorthin gebracht (immerhin knapp 40 km Wegstrecke).

Interessant wird es bei der Eisweinernte, die in Kanada sehr zuverlässig durchgeführt werden kann (wer einmal im Winter dort war, weiss, was ich meine). Der See ist dann zugefroren und die Trauben müssen auf der Insel gekeltert werden.

PIWDer Kellermeister ist übrigens ein Deutscher. Walter Schmoranz kam 1985 aus dem Rheingau nach Ontario und hat das Weingut auf Vordermann gebracht.

Weitere Informationen zur Pelee Island Winery finden Sie hier.

Nun zum Wein: Pelee Island Riesling dry 2005, 11,50 Euro

Pelee Island

Geöffnet am Montag, 9.7.07: Weiße Flasche, transparentes Vorderetikett (leicht schief geklebt!)

Pelee Island85% Riesling 15% Pinot Noir
12% Alk., 4 g RZ
Die Trauben wurden Ende September, Anfang Oktober gelesen und anschließend vier Wochen in Stahltanks vergoren.

Der erste Gedanke beim Riechen: Untypische Alterungstöne! Dieses vernichtende Urteil entkräftet sich nach einiger Luftzufuhr und wir mussten leider zu dem Schluss kommen, einen schlechten Korken erwischt zu haben. (Er sah auch alles andere als Vertrauen erweckend aus!) Keine Spur vom, auf dem Etikett versprochenen „peach bouqet“ und der „cool climat acidity“. Schlapp und kraftlos, unsauber und muffig. Schade um den Wein und den langen Weg, den er zurücklegen musste!

Zur Verteidigung des Weinguts muss gesagt werden, dass wir bereits vor Ort durchaus vorzeigbare Weine getrunken haben. Der Riesling war allerdings keine Offenbarung…

Die Pelee-Island-Winery ist Mitglied der VQA (Vintners Quality Alliance). Erkennbar an dem entsprechenden Aufdruck an der Kapsel. Das bedeutet, dass bzgl. der Herkunft der Weine 85% der Trauben aus der auf dem Etikett genannten Region stammen müssen. Für kanadische Verhältnisse sind das strenge Regeln. Wenn auf einem normalen kanadischen Wein „Product of Canada“ zu lesen ist, muss das nichts heißen. Es ist durchaus keine Seltenheit, wenn sich ausländische Verschnittweine darin befinden – in nicht geringen Mengen.

Soviel zu unserem ersten Rallyewein.

Nochmal Lob an Thomas Lippert für die gute Idee mit der Rallye, wir machen gerne bei der nächsten wieder mit und denken auch bereits kräftig über ein geeignetes Thema nach, auch wenn 2007 bereits „ausgebucht“ ist.

Andreas & Peter

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s