Junge Rieslingreben und kein Regen in Sicht

Nachdem (normalerweise) Mitte April, Anfang Mai der Boden langsam abgetrocknet ist und sich erwärmt hat, die Temperaturen konstanter geworden sind (kann man in diesem Jahr natürlich alles vernachlässigen), ist die Zeit der Rebenpflanzungen gekommen.

NeupflanzungWir haben gestern zwei Parzellen im Hackenheimer Sonnenberg mit Riesling gepflanzt. Idealerweise geschieht das heutzutage in Flach- und Hanglagen mit der Rebenpflanzmaschine. Diese lasergesteuerte (damit die Zeilen exakt gerade werden) Maschine wird von einem großen Traktor gezogen, schneidet den Boden auf, setzt die Propfreben ein und drückt die Erde danach wieder an.

Der große Vorteil dieser maschinellen Pflanzung ist neben dem arbeitswirtschaflichen Aspekt die Tatsache, dass die Reben bei schwierigen Anwuchsbedingungen (z.B. Trockenheit nach dem Pfanzen oder sehr schwerer Boden) deutlicher besser anwachsen als die per Hand gesetzten. Dabei müssen in der Regel (je nach Größe des Pflanzloches) die Wurzeln relativ kurz geschnitten werden, damit sie sich beim in die Erde drücken nicht nach oben stellen. Maschinell gepflanzt können die Rebwurzeln in Originallänge (20-30 cm) bleiben und dienen so als Wasser und Nähstoffpuffer bis sie sich dem Boden fest angeschlossen haben (was bei den oben erwähnten erschwerten Bedingungen natürlich etwas länger dauern kann).

NeupflanzungFrüher wurden mehr Stöcke pro Hektar gepflanzt als heute, weil es keine Maschinen gab und diese dann später auch nicht so groß dimensioniert waren wie heute, deswegen konnten die Zeilen schmal bleiben (1,20 -1,50 m). Nachdem die Stockzahl pro Hektar im Zuge der Technisierung dann stark zurückging (auf deutlich unter 5.000 wegen breiten Reihen und großem Stockabstand) ist seit kurzem wieder eine Trend hin zu engeren Pflanzungen festzustellen.

Auch wir haben unsere Rieslinge mit ca. 5.000 Stöcken pro Hektar gesetzt. In den südeuropäischen Anbaugebieten wird tradionell teilweise bis zur doppelten Menge gepflanzt, machbar weil die Reben oft im Buschform erzogen werden oder bei Reihenerziehung mit einem Stelzentraktor über den Zeilen gefahren wird. Der positive Effekt der engeren Pflanzung ist die Konkurrenzsituation der benachbarten Reben und dadurch der Zwang, mit den Wurzeln in die Tiefe zu gehen. Dort gibt es mehr Wasser und Nährstoffe, was sich natürlich positiv auf die Traubenqualität auswirkt. Die Erntemenge pro Hektar ist relativ unabhängig von der Stockanzahl zu sehen, da die Traubenmenge einer Rebe bei größerer Dichte in der Regel geringer ist.

Peter

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