Abenteuer Weinreise

Heute schreibt erstmals auch der Seniorchef! Er berichtet von einer Weinauslieferung an unsere Kunden mit Startschwierigkeiten…

„SWR 1 – Nachrichten: Berlin; Bundeskanzlerin Merkel trifft heute…“, der Radiowecker, mitten in der Nacht. „Aufstehen, es ist 4.00 Uhr!“ ruft meine Frau rücksichtslos und steht schon vor dem Bett. Da fällt´s mir ein, wir liefern heute Wein aus und wollen um 5.00 Uhr fahren. Zwischenzeitig hatte ich schon auf die Schlaftaste gedrückt, noch 9 Minuten im warmen Bett, wunderbar, wir wollen uns schließlich im Bad nicht im Weg stehen.

4.50 Uhr; alles noch mal überprüft, Frühstück eingepackt, es kann losgehen. Da wir in unserer Pension Gäste haben, die wir nicht stören wollen, steht unser Transporter startbereit im leicht abschüssigen Hof, so dass ich ihn ohne Motor hinaus und noch ein Stück die Straße hinunter laufen lassen kann.

Eigentlich haben wir uns auf die Reise gefreut, denn das ist die erste größere Fahrt mit dem neuen Transporter. Doch die Vorfreude bekam einen gewaltigen Dämpfer als ich 50 Meter von unserem Haus entfernt den Motor starten wollte. Das Ergebnis war kein Anlassergeräusch sondern ein seltsames Flackern im Armaturenbrett. Vom Motor nichts zu hören.
Was ist denn das? Batterie leer? kann nicht sein, ist doch ganz neu. Und wie sich das anhört wenn die Batterie nicht mitmacht, das kenne ich doch. Sch… Elektronik, der Fehler kann nur dort sein. Jetzt nichts falsch machen, an die Garantie denken.

Willi & Hannelore KaulIch rief beim Pannendienst an, die auch das Auto gebaut haben. Per Ferndiagnose konnten die mir auch nicht helfen. Nachdem ich Vorname, Nachname, Geburtsdatum, Fahrgestellnummer, Typ, Längen- und Breitengrad, Ort, Straße, Hausnummer usw. durchgegeben hatte, die aufmunternde Auskunft; „Wir schicken den Pannendienst in der nächsten Stunde“. Wunderbar, da hätte ich auch noch länger schlafen können. Meine Frau dachte da praktischer; „Wir nutzen die Zeit und frühstücken hier und jetzt und nicht wie üblich erst nach 200 Kilometern am Kirchheimer Dreieck.“ Also, Brot her, Thermoskanne her, Kaffee eingießen. Doch siehe da, der Kaffee war kein Kaffee sondern nur heißes Wasser – eine gute Hausfrau wärmt zuerst die Kanne auf. Der Kaffee war noch in der Kaffeemaschine. Doch welch ein Glück, wir waren ja nur 150 Meter von unserem Haus entfernt. Nach 10 Minuten war das Malheur behoben und wir frühstücken in aller Ruhe im Auto und einige Nachbarn, die sich jetzt langsam aus den Federn erhoben, schüttelten ungläubig den Kopf ob unserer sonderbaren Frühstückspause. Nachdem meine Frau zum Zeitung lesen heimgegangen war, kam um kurz vor halb sieben endlich ein riesiges Abschleppauto mit viel Lärm in die beschauliche Ringstraße – jetzt waren endlich alle Anwohner wach.

Des Fachmanns Diagnose: Batterie leer. Überbrückungskabel anschließen, starten, der Motor lief. Das hätte ich auch gekonnt. Auf meinen zaghaften Hinweis auf das Geflacker im Armaturenbrett die lapidare Auskunft: „Das ist bei der Elektronik so“. Wieder was gelernt.

So, jetzt Frau holen und nichts wie weg, der Zeitplan war erheblich durcheinander. Doch Vorsicht, nur den Motor nicht abmurksen oder abstellen, eine lahme Batterie auf der Autobahn, das fehlte noch. So fuhren wir 350 Kilometer bis wir in Thüringen an einer Fachwerkstatt vorbeikamen. Ich fuhr auf den Hof und erzählte dem Meister meine Geschichte. Dieser prüfte und stellte fest. Batterie ist jetzt gut geladen – weiterfahren.

Fazit: Ende gut alles gut! Wir kamen zwar mit satter Verspätung zu den Kunden, aber wir hatten was Interessantes zu erzählen.

Willi Kaul

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