Der Weinjahrgang 2006…

… überzeugt mit Frucht und Fülle

Das Weinjahr 2006 war aufgrund der extremen Witterungsbedingungen für die deutschen Winzer zum Teil eine große Herausforderung, die sie – wie die ersten Weine des Jahrgangs zeigen – sehr gut gemeistert haben.

Jungweinprobe
Jungweinprobe im Keller

Warmes und feuchtes Wetter im Oktober sorgte nach den Niederschlägen im August zwar für die sprichwörtliche „Turboernte“ weil die Trauben vor beginnender Fäulnis gelesen werden mussten, die Traubenreife war aber dank der überdurchschnittlich hohen Sonnenscheinstunden des Jahres sehr gut. Dementsprechend sind die 2006er insgesamt qualitativ hochwertig und sehr gehaltvoll ausgefallen. Die Aromen der jungen Weine werden ebenfalls von der reifen Frucht geprägt. Die ausreichenden Niederschläge des vergangenen Jahres haben zudem für eine gute Nährstoffversorgung der Reben geführt, wodurch sich die Weine sehr extrakt- und mineralstoffreich präsentieren. Diese Fülle wird insbesondere bei den Weißweinen von einer frischen Fruchtsäure begleitet, was die 2006er zu einem angenehmen Trinkgenuss macht. Unsere ersten neuen Weine werden in Februar abgefüllt.

Die Rotweine reifen derzeit in den Holzfässern. Im Frühsommer werden wir Dornfelder und Portugieser in Flaschen füllen, während die kräftigen Spätburgunder noch etwas länger lagern müssen. Sie scheinen – so die erste Einschätzung – in diesem Jahr wieder sehr gut gelungen zu sein. Die Trauben von Spätburgunder, Dornfelder & Co. haben aufgrund ihrer robusteren Art den teils widrigen Witterungsbedingungen im Herbst getrotzt. Dank der guten Traubenreife sind sie vollmundig, füllig und farbkräftig ausgefallen und bringen so alle Voraussetzungen von international konkurrenzfähigen Rotweinen mit.

Eisweinlese fällt aus
Durch die schwierige Herbstwitterung und wegen des milden Winters konnten bis auf wenige Ausnahmen wie beispielsweise in Sachsen bis dato noch kaum Eisweine gelesen werden. Denn mindestens minus sieben Grad Celsius sind nötig, um diese Spezialität zu ernten. Die Freunde edelsüßer Weine können stattdessen auf hervorragende Auslesen zurückgreifen, die in diesem Jahr gelesen wurden. Die Hoffnung auf einen 2006er Eiswein haben die meisten Winzer mittlerweile aufgegeben. Dies zeigt wieder einmal, wie besonders und wertvoll diese edlen Tropfen sind. Wir hoffen somit auf neuen Eiswein aus dem Jahrgang 2007!

© Deutsches Weininstitut


Blick in den Weinberg

Der Rebschnitt läutet den Jahrgang 2007 ein
Jetzt stehen die Winzer wieder dick vermummt in den Weinbergen und sind mit dem Rebschnitt beschäftigt. Nahezu alle Triebe, die im letzten Jahr gewachsen sind, werden jetzt abgeschnitten. Ein Trieb soll nur stehen bleiben, aus dessen Knospen, oder wie der Winzer sagt „Augen“, die Triebe des gerade begonnenen Jahres wachsen. Je nach Rebsorte verbleiben etwa 5 bis 7 Augen je Quadratmeter am Rebstock, was abhängig von Stockabstand und Zeilenbreite etwa 10 bis 12 Augen pro Stock entspricht. Je größer die Augenzahl je qm, desto größer die potentielle Ertragserwartung. Qualitätsbewusste Winzer orientieren sich noch unter den genannten Augenzahlen. Der Rebschnitt ist damit die erste ertragssteuernde Maßnahme für den Jahrgang 2007.

Zunächst werden vorwiegend die frosthärteren Rebsorten wie Riesling, oder Kerner geschnitten. Mit den frostempfindlichen Rebsorten wie Portugieser, Dornfelder oder Silvaner warten die Winzer noch etwas. Dann treten in der Regel keine Minustemperaturen von 15° und mehr auf, die den Reben schaden. Nach einem solchen Extremfrost kann man einige Augen mehr am Rebstock belassen und somit die Schäden teilweise ausgleichen.

War der Rebschnitt bis vor 20 Jahren noch harte Handarbeit, so gibt es heute einige technische Hilfsmittel, die dem Winzer die Arbeit erleichtern und auch die „Rebschnitt-Krankheit“ Nr. 1 der Winzer, die gefürchtete Sehnenscheidenentzündung, vermeiden helfen. Die Rebscheren werden mit Druckluft betrieben. Den Winzer in der Rebzeile verbindet ein langer Schlauch mit einem Kompressor, der am Zeilenende auf dem Anhänger steht. Eine andere Variante ist der elektrische Antrieb der Rebschere. Der Winzer trägt hier den Akku in einem Rucksack. Das Ausheben der abgeschnittenen Reben aus dem Drahtrahmen wird meistens von Aushilfskräften übernommen. Das Rebholz wird anschließend gehäckselt und verbleibt als Humus im Weinberg.

© 2006 Rheinhessenwein e.V.

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