Rasantes Triebwachstum verlangte vollen Einsatz

Die letzten Wochen hatten die Winzer mit den Laubarbeiten in den Weinbergen alle Hände voll zu tun. Durch das heiße Wetter sind die Reben rasant gLaubschneiderewachsen. Manche Weinberge sahen zwischendrin völlig zerzaust aus.

 

Aber nun ist das was bei den Laubarbeiten  noch von Menschenhand erledigt werden muss geschafft. Die Triebe sind alle in den Drahtrahmen gesteckt und die überflüssigen Triebe am Boden und am Stammkopf wurden entfernt.

Die Kürzung der Triebe übernimmt jetzt der Laubschneider und auch die Entblätterung der Traubenzone wird maschinell erledigt. Die Trauben füllen sich jetzt schnell und erreichen in den nächsten Tagen ihre endgültige Größe und die ist dieses Jahr bei den weniger als sonst üblichen Trauben beträchtlich. Danach beginnt die Zuckereinlagerung, also die eigentliche Reife.

In manchen Gemarkungen müssen die Winzer dieses Jahr den einen oder anderen „Stolperstein“ erleben. Nicht nur, dass der Ertrag vom Frost dezimiert wurde, dann stresste die lange Trockenperiode die Reben und nun kam auch noch örtlich Hagel hinzu. Im Gegensatz zum letzten Jahr gibt es wenigstens kaum Probleme mit  Pilzkrankheiten.

Die Blüte verlief prachtvoll

RebblüteSonne satt, auch nachts relativ warm und die Reben finden auch noch genügend Wasser im Boden. Besser geht es nicht. Die Reben wachsen im „Turbotempo“. Die Blüte verlief optimal und ist selbst in den allerspätesten Lagen fast abgeschlossen.

In frühen Lagen sind die Trauben schon bald erbsengroß. Mit dem Dickenwachstum der Trauben verlangsamt sich jetzt das Wachstum der Triebe, so dass die Winzer endlich bei den Laubarbeiten aufholen können. Denn die sind die Grundlage für die weiteren qualitätsorientierten Maßnahmen. Das beginnt jetzt zunächst mit dem ersten Laubschnitt und geht anschließend mit der Entblätterung weiter. Beide Maßnahmen fördern die Durchlüftung der Laubwand und die Besonnung der Trauben.Auch die vielerorten frostgeschädigten Weinberge sind mittlerweile wieder ergrünt. Allerdings sind an diesen nachgewachsenen Trieben kaum Trauben zu finden, so dass die Winzer hier  die sehr aufwändigen Laubarbeiten mit Frust durchführen.  Aber man benötigt die Triebe fürs nächste Jahr und hofft, dass die Weinberge den dieses Jahr fehlenden Ertrag im nächsten Jahr wieder ausgleichen.Mit dem Verlauf der Blüte wurde ein wichtiger Meilenstein für den Jahrgang 2017 gelegt. Schon jetzt kann man sagen, dass es große Schwankungen in der Erntemenge zwischen den Weinbergen geben wird. Die nicht vom Frost betroffenen Weinberge werden wohl recht hohe Erträge bringen. Zum Ende der Blüte kann man auch den Lesetermin grob berechnen: 100 bis 110 Tage braucht die Traube von der Blüte bis zur Vollreife, was einen frühen Lesetermin Anfang bis Mitte September erwarten lässt.

Warten auf das, was kommt

Mai 2017 – Blick in den Weinberg

Die Frostnacht vom 20. April hatte nicht nur die Winzer in eine gebannte Starre verfallen lassen, auch die Reben wollten zunächst einfach nicht mehr weiterwachsen. Fast einen Monat später hat sich das Ausmaß der Frostschäden etwas relativiert.

Viele Weinberge haben sich erholt, bei anderen fangen die Knospen gerade erst wieder an auszutreiben. Teilweise sieht man aber noch gar keinen Neuaustrieb. So findet man selbst an einem Rebstock ein sehr differenziertes Entwicklungsspektrum von sichtbaren Trauben bis zu einem zarten Knospenschwellen. Ob  an diesen Knospen nochmal Trauben wachsen kann derzeit niemand sagen, weshalb auch noch immer zum tatsächlichen Ernteverlust noch nichts gesagt werden kann.

Das macht natürlich die Heftarbeiten in diesen Weinbergen nicht gerade einfach, da die Triebe in den nächsten Wochen ein sehr unterschiedliches Längenwachstum haben werden. Auch bleibt spannend wie sich die Reife der Trauben bei einer Schwankungsbreite von 6 Wochen beim Austrieb entwickeln wird. Kann die Natur das ausgleichen?

In den nicht geschädigten Weinbergen stehen jetzt weitere qualitätsoptimierende Arbeiten, wie die Entfernung von Doppeltrieben an (die man natürlich bei den frostgeschädigten Weinbergen am liebsten dranstecken würde). Hier geht es darum, die Laubwand für eine bessere Belichtung und Besonnung aufzulockern. Auch müssen die sogenannten Wasserschosse, das sind die Triebe die am Stammfuß wachsen, entfernt werden. Diese stehen ansonsten in Konkurrenz mit den traubentragenden Trieben oben.

Den Reben war es zu kalt

Eigentlich wollten wir Ihnen an dieser Stelle von der hervorragenden Entwicklung der Reben in diesem Jahr berichten. Der Austrieb war so früh wie schon lange nicht mehr.

Aber genau das wurde den Reben am frühen Morgen des 20. Aprils zum Verhängnis. Temperaturen von bis zu minus 5 Grad Celsius ließen die jungen Triebe schockgefrieren.  Leider allen voran in den guten Weinlagen, da hier die Reben schon am weitesten entwickelt waren.

Bei Sonnenaufgang herrscht erfahrungsgemäß der Tiefpunkt der Temperaturen einer Nacht. Um 6.00 Uhr waren die Triebe fest gefroren. Der kalte Ostwind, der auch schon am Vortag wehte, hatte für eine gleichmäßige Temperatur sowohl am Boden, wie auch in 2 Metern Höhe gesorgt, so dass auch Hubschraubereinsätze zur Verwirbelung von kalten und warmen Luftmassen keinen Erfolg gebracht hätten. Einige Winzer hatten in Ihren Top-Weinbergen Forstkerzen aufgestellt, die die Luft aber auch nicht wesentlich erwärmen konnten.

Die endgültige wirtschaftliche Schadenshöhe lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht ermitteln. Akut sind zwar in vielen Weinbergen mehr als die Hälfte der Triebe erfroren. Aber der Rebstock verfügt über sogenannte „schlafende Beiaugen“, die in den kommenden Wochen austreiben werden. Diese sind zwar nicht ganz so fruchtbar, bringen aber auch noch einen gewissen Ertrag. Bleibt nur zu hoffen, dass die Eisheiligen in der ersten Maihälfte nicht auch noch zuschlagen. Wir drücken den Winzern ganz fest die Daumen, dass  die noch verbleibenden  Triebe nicht auch noch geschädigt werden.

Wandern in den 13 Weinanbaugebieten

Manuel Andrack wandert für das Deutsche Weininstitut

Zum Start in die diesjährige Wandersaison hat das Deutsche Weininstitut (DWI) eine Kooperation mit dem Wanderexperten Manuel Andrack vereinbart. Der aus Funk und Fernsehen bekannte Wanderbuchautor wird das neue Gesicht für das Thema „Wandern, wo der Wein wächst“. Der Startschuss wird am langen WeinWanderWochenende fallen, zu dem das DWI am 29. und 30. April gemeinsam mit den regionalen Weinwerbungen einlädt.

Außerdem wird Manuel Andrack in diesem Jahr alle 13 deutschen Weinbaugebiete erwandern und darüber in seinem beliebten Blog sowie über weitere Kommunikationskanäle berichten.„In der Unterstützung durch den prominenten Sympathieträger Manuel Andrack sehen wir eine hervorragende Möglichkeit, noch mehr Menschen für das Weinwandern zu begeistern und so den Aktivurlaub in den deutschen Weinregionen stärker zu fördern“, erläutert DWI-Geschäftsführerin Monika Reule.

Manuel Andrack sieht seiner neuen Funktion als Weinwanderbotschafter schon mit Spannung entgegen: „Ich bin ein großer Fan davon, das Wandern mit dem Genuss regionaler Produkte zu verbinden. Ich freue mich schon auf spannende Begegnungen mit Winzern und Weinen in authentischer Atmosphäre, die mich auf den anstehenden Wanderungen durch die wunderbaren Weinregionen erwarten.“

Zum WeinWanderWochenende

Wandern in den 13 Anbaugebieten

Zur Website von Manuel Andrack

Weißweinabsatz wächst weiter

 

Der bereits seit 2008 bestehende Trend zu einem verstärkten Weißweinkonsum hat sich im vergangenen Jahr weiter fortgesetzt. Wie das Deutsche Weininstitut (DWI) im Vorfeld der internationalen Weinmesse ProWein mitteilte, haben die Weißweine mittlerweile einen Anteil von 43 Prozent am Weineinkauf in Deutschland.

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Ihr Marktanteil stieg auf Kosten des Rotweinkonsums 2016 um einen Prozentpunkt und um sechs Prozentpunkte gegenüber 2008 an. Rotweine hatten 2016 noch einen Anteil von 47 Prozent am Weinabsatz, Roséweine liegen seit sieben Jahren unverändert bei zehn Prozent.

Geschmacklich bevorzugt die Mehrheit der deutschen Verbraucher unverändert trockene und halbtrockene Weine. Der Nachfrage entsprechend haben die Vermarkter 2016 wie bereits im Vorjahr 46 Prozent ihrer heimischen Qualitäts- und Prädikatsweine in der trockenen Geschmacksrichtung abgefüllt, 21 Prozent der qualitätsgeprüften Weine waren halbtrocken. Das Angebot lieblicher Weine ist im vergangenen Jahr um zwei Prozentpunkte gestiegen. Damit wurde in 2016 exakt ein Drittel aller Qualitätsweine in dieser Geschmacksrichtung abgefüllt.

Quelle: http://www.deutscheweine.de