Zwei sind einer zuviel

Die „Eisheiligen“ und damit die Gefahr von Frostschäden sind überstanden. Das Rebenwachstum stockte durch die kühlen Temperaturen in den letzten Wochen etwas, so dass trotz ebenso frühem Austrieb wie im vergangenen Jahr jetzt wieder das langjährige Mittel der Rebenentwicklung erreicht ist.

Vor allem bei den Burgundersorten treiben aus einer Knospe oft zwei Triebe aus. Einer dieser Doppeltriebe wird jetzt entfernt um den Ertrag zu regulieren aber vor allem, um eine gut durchlüftete Laubwand mit besonnten Trauben zu erzielen. Auch Triebe, die am Stammkopf wachsen, werden aus diesen Gründen entfernt. Am Stammfuss treibt es bei den meisten Rebsorten ebenso kräftig aus, diese Triebe bilden eine Wasser und Nährstoffkonkurrenz, gerade jetzt zu Beginn des Wachstums soll „alle Kraft“ nach oben gehen. Das sogenannte „Ausbrechen“ ist mühevolle Handarbeit, weshalb die Winzer froh sind, dass dieses Jahr das Wachstum etwas langsamer geht und sie dafür etwas mehr Zeit einplanen können.

Quelle: Rheinhessen

Werbeanzeigen

Die Verwirrung ist perfekt!

Wenn man derzeit durch die Weinberge spaziert sieht man in vielen Rebzeilen seltsame „Schmuckstücke“ an den frisch umgebogenen Reben hängen.

Bei den braunen Ampullen handelt es sich um so genannte Pheromondispenser. Sie sind die Grundlage, der seit einigen Jahren praktizierten biologischen Traubenwicklerbekämpfung. Die Dispenser enthalten Pheromone, also Sexualduftstoffe des weiblichen Traubenwicklers. Diese Duftstoffe entströmen ganz langsam den ganzen Sommer über. So duftet es in der gesamten Weinbergsgemarkung nach Traubenwicklerweibchen und die armen Männchen sind verwirrt, weil es ja überall nach dem weiblichen Geschlecht duftet, dass sie gar kein Weibchen mehr finden. So kann es zu keiner Begattung mehr kommen, es werden keine befruchteten Eier abgelegt und die Traubenwickler haben keine Nachkommen mehr.

 

Etwa ein Drittel der Rebfläche in Rheinhessen sind voll des Dufts der Traubenwicklerweibchen. Da nicht nur die Weinberge selbst abgehängt werden müssen, sondern auch umliegende Gehölze, müssen eine ganze Menge der Ampullen aufgehängt werden. Jeder Dispenser beduftet etwa 20 qm, das entspricht fast 4 Mio. Dispenser die aufzuhängen sind. Die Winzer schaffen das natürlich nicht alleine, sie wurden von Sportvereinen, Schulklassen, usw. unterstützt.

Die Winzer appellieren nun an Spaziergänger und Radfahrer in den Weinbergen die Pheromonampullen hängen zu lassen. Nur dann ist eine flächendeckende Wirksamkeit sichergestellt. Im heimischen Garten oder gar Schlafzimmer wirken die Pheromone ohnehin nicht …

Quelle: Rheinhessenwein

Im Märzen der Bauer die Rösslein einspannt

Ganz so romantisch wie in dem über 200 Jahre alten „Bauernlied“ geht es zwar in der heutigen Landwirtschaft nicht mehr zu, heute werden doch eher die „Diesel-Rösslein“ eingespannt. Aber die Lockerung der Böden im Frühjahr ist nach wie vor die erste Bodenbearbeitung auch in den Weinbergen.

Hier wird zwar nicht wie in der Landwirtschaft oder auch wie im heimischen Garten ein Saatbeet bereitet sondern hier geht es darum das Bodenleben anzuregen und die Mineralisation von Nährstoffen zu fördern, da diese für die beginnende Vegetation benötigt werden. Auch wird mit diesem Grubbern der Aufwuchs der Wintermonate gestört um eine Wasserkonkurrenz mit den Reben zu vermeiden.Gleichzeitig führt die Brechung der Bodenkapillaren und die damit unterbundene Verdunstung dazu, dass die Bodenwasservorräte der Wintermonate für den Sommer besser gespeichert werden. Die Niederschläge der letzten Wochen waren erneut unterdurchschnittlich und auch der Wind der letzten Tage hat die Feuchtigkeit schnell wieder ausgetrocknet, so dass man vielleicht im Sommer für jeden Tropfen Wasser im Boden froh ist.Entgegen der Befürchtungen im Februar ist die Rebentwicklung doch nicht so schnell fortgeschritten wie gedacht. In den nächsten Tagen wird Flüssigkeit (unter Winzern: „Saft“) aus den Schnittwunden tropfen, was ein Indiz für das beginnende Leben in den Rebstöcken ist. Mit dem eigentlichen Austrieb ist aber dann erst Ende April zu rechnen.

Quelle : Rheinhessen

Die Reben werden in Form gebracht

Bedingt durch das schöne Wetter der vergangenen Woche sind die Winzer mit dem Rebschnitt sehr gut vorangekommen, einige sogar schon fertig. Die sich direkt anschließende Tätigkeit ist das so genannte „Biegen“ oder auch „Gerten“.

Zumeist steht nur noch ein Trieb aus dem vergangenen Jahr je Rebstock. Diese Triebe werden jetzt umgebogen und am untersten Draht des Drahtrahmens befestigt. Dabei muss man insbesondere in den kalten Morgenstunden aufpassen, dass die Rute nicht abbricht, sonst ist der Ertrag dieses Rebstockes enorm reduziert. Mit diesem Umbiegen werden die Knospen und damit die kommenden Triebe gleichmäßig im Drahtrahmen verteilt, was eine gute Besonnung und Abtrocknung der späteren Trauben verspricht. Auch für diese Arbeit gibt es mittlerweile technische Hilfsmittel welche das mühsame Festbinden der Ruten am Stock mittels Akkuantrieb erledigen. Die Arbeit mit einem solchen elektrischen Bindegerät schont nicht nur die Handgelenke und die Fingerspitzen, es geht dazu noch wesentlich schneller.Die Winzer befürchten im Moment bei Fortdauer der warmen Temperaturen einen extrem frühen Austrieb. Bei einem Frosteinbruch im April/Mai könnten die jungen Knospen dann massiv geschädigt werden. Jeder Winzer hat hier die leidvollen Erfahrungen aus 2017 noch vor Augen.

Die Winzer sind fleißig am Reben schneiden

Nach Weihnachten geht es für die Winzer, oder immer häufiger deren Helfer, raus in die Weinberge zum Reben schneiden.

Gerade weil der Rebschnitt nach wie vor noch eine der arbeitsintensivsten aber auch qualifiziertesten Handarbeiten ist und mehr als ein Drittel der jährlich im Weinberg zu leistenden Handarbeitsstunden ausmacht, muss die Zeit von Dezember bis März effektiv genutzt werden. Das schaffen die Winzer natürlich nicht alleine, zumal oft zeitgleich auch im Keller die Weine für die Abfüllung im Frühjahr vorbereitet werden müssen. Viele Helfer vor allem aus unseren osteuropäischen Nachbarländern unterstützen sie dabei.

Die Arbeit des Rebschnitts wird in zwei Arbeitsgänge unterteilt. Zunächst sind die etwas qualifizierteren Arbeiter damit beschäftigt die Triebe des vergangenen Jahres nahezu komplett (bis auf einen oder zwei) abzuschneiden. Im zweiten Arbeitsgang muss das Rebholz aus dem Drahtrahmen entfernt werden, eine Arbeit, die oftmals von Hilfskräften gemacht wird. Hier sind jedoch in den vergangenen Jahren einige vielversprechende Geräte entwickelt worden, die diese Arbeit übernehmen. Diese Maschinen mit phantasievollen Namen wie Cane-Pruner oder Kobold ziehen das abgeschnittene Rebholz nach oben aus dem Drahtrahmen und häckseln dieses auch sofort klein.

Winzerglühwein – weil er aus guten Weinen einfach bessser schmeckt

Mit den fallenden Temperaturen kommt eine wärmender Glühwein gerade recht. Dass es eigentlich gar kein Wein im rechtlichen Sinne ist, sondern ein „weinhaltiges, aromatisiertes Getränk“, stört dabei niemanden. Was jedoch sicher jeder ganz schnell merkt, ist die Qualität des verwendeten Weines.
Auf Nummer sicher gehen Sie, wenn Sie sich den Glühwein direkt beim Winzer holen. In den vergangenen Jahren produzieren immer mehr Winzer in Rheinhessen fix und fertigen Glühwein, den Sie nur noch erwärmen müssen. Hier liegt die Betonung bewusst auf „erwärmen“ und nicht „erhitzen“, denn ab 70 Grad Celsius verflüchtigen sich nicht nur die Aromen, sondern auch der Alkohol. Die Winzer sind hier kreativ, was die Sortenauswahl betrifft. Lassen Sie sich überraschen.

Noch individueller wird es, wenn Sie sich die Gewürze selbst zusammenstellen und sich eine guten Flasche (Rheinhessen-)Wein aus dem Keller holen. Zimt und Gewürznelken sind in nahezu jedem Rezept enthalten. Die weiteren Gewürze, wie z. B. Ingwer, Kardamon, Muskat oder Orangenschalen, machen dann die feinen Unterschiede aus. Und eines gilt immer: Je besser der Wein, desto weniger muss dieser gewürzt und gesüßt werden. Am besten eignen sich halbtrockene fruchtige Weine. Bei den Roten ist das z. B. ein Portugieser oder ein Dornfelder, bei den weißen Sorten greift man  idealerweise zu Bacchus, Huxelrebe, Scheurebe & Co.
Unser spezielles Glühwein-Rezept

Quelle: Rheinhessen.de

Bild: deutscheweine.de

Die Weinlese in Rheinhessen ist (fast) abgeschlossen

Draußen in den Weinbergen ist es ruhig geworden. Die Trauben sind gekeltert, die Moste größtenteils vergoren. Die Winzer sind mit der Qualität der Trauben sehr zufrieden, bei der Menge sind manche gar mehr als zufrieden.

RebscherenAb und an hängt noch ein Weinberg in der Gemarkung. Hier sollen edelsüße Spezialitäten gewonnen werden, was dieses Jahr in Anbetracht der immer noch kerngesunden Trauben und der einfach nicht eintreten wollenden Edelfäule ein schwieriges Unterfangen ist. Für die Gewinnung von Eiswein sind das indessen hervorragende Voraussetzungen, so dass wohl viele Trauben bis zu den kalten Winternächten hängenbleiben werden.
Die ersten 2018er Weiß- und Roséweine sind schon abgefüllt und begeistern Winzer und Weinfreunde gleichermaßen mit ihrer tollen Frucht und einer dezenten Weinsäure, so dass man diese jetzt schon wunderbar genießen kann. Besonders freuen sollten Sie sich allerdings auf die Rotweine aus dem Jahrgang 2018, die sowohl mit ihrer Farbe und auch dem kräftigen Geschmack herausragende Genusserlebnisse erwarten lassen. Hier sollten Sie jedoch noch einige Monate Geduld aufbringen …