Alles außer Glas - “Trinkbare” Weine aus Tetra Pak, Bag in box und Co. Wir entschieden uns für zwei französische Weine in Bag in Box verpackt.
Diese verkostete ich am Sonntag, 6.1.08 mit meiner Frau und am Dienstag, 8.1.08 mit zwei Winzerkollegen aus Hackenheim und einem befreundeten Weinkenner.

Le Pot des Montagnards Blanc - Special Fondue/Raclette
(fand ich eine gute Idee den Wein so zu vermarkten)
2,90 Euro/Liter Bag in Box
Abgefüllt von Jean Perrier, 73800 Les Marches, Savoie
gekauft bei Intermarché, Beaune, Frankreich
Sonntag, 6.1.08: Die Farbe sagte schon einiges aus: Goldgelb, im typischen Jura-Savoie Stil oxidativ ausgebaut (der Alterungston könnte auch in Zusammenhang mit der Verpackung stehen.), sehr säurebetont. Passte gut zum Raclette mit kräftigem Käse und deftiger Wurst, ist allerdings mehr als gewöhnungsbedürftig für diejenigen die Juraweine nicht zu schätzen wissen. Wer schon einmal einen “Coq au vin jaune” mit Morcheln oder einen drei Jahre alten Comté mit einem solchen Wein genossen hat, der weiss, das diese Art der Weinbereitung durchaus ihre Daseinsberechtigung hat. Natürlich hat der Inhalt nicht im Entferntesten etwas mit einem “Gelben Wein” zu tun.
Dienstag, 8.1.08: Die Alterungsnote hat deutlich zugenommen. Der Wein ist, selbst mit viel Wohlwollen nicht mehr zu geniessen. Lag wohl doch an der Verpackung und nicht am Weinstil!
Bordeaux A.C. Réserve de Velours

3 Euro /Liter Bag in Box
Abgefüllt von Expert Club, F-79232 Prahecq
gekauft bei Intermarché, Beaune, Frankreich
Sonntag, 6.1.08: Untypische Bordeauxnase (meine Frau tippte blind auf einen kräftigen Dornfelder!)
Mit Luft nahm diese kirschfruchtigkeit zu und die ruppigen, grünen Tannine wurden weicher. Für die Qualität und den Preis aber mehr als ok, ideal für die Grillparty zum gut gegrilltem Rindersteak.
Dienstag, 8.1.08: Oxidative Nase nach 2 Tagen (obwohl laut Verpackung 5 Wochen garantierte Qualität nach Öffnung des Zapfhahn.) Tannine mehr als rund und Zeit zum Austrinken.
Fazit : Als Partyweine durchaus geeignt, wenn sie innerhalb kurzer Zeit getrunken werden. Der Plastiksack scheint, trotz aller Vorteile, aus weinsensorischer Sicht alles andere als der ideale Behälter für Wein zu sein. Wichtig wäre meines Erachtens auch, das Fülldatum auf den Karton zu drucken, um so zu verhindern einen Bag zu erwischen, der schon 5 Jahre im Regal steht!
Ps : Meine Kollegen und ich “trösteten” uns dann mit einem sehr guten Chambolle Musingy 2001 von Amiot Servelle
Peter