Archiv fürNovember 15, 2006

TV-Reportage „Die Tricks der Weinmacher“

In der vergangenen Woche strahlte die ARD die TV-Reportage “Die Tricks der Weinmacher” von SWR-Chefreporter Thomas Leif aus.

Zur besseren Einordnung der Inhalte dieser Sendung verweisen wir dankbar auf die Ausführungen des Weinreporters Mario Scheuermann, der sich die Mühe gemacht hat, die Behauptungen Leifs zu überprüfen:

“Trotz heftiger Kritik in den Medien und einer Richtigstellung der Landesuntersuchungsanstalt (LUA) von Rheinland-Pfalz weigert sich der TV-Sender SWR seine nicht der Wahrheit entsprechenden Behauptungen über gepanschte deutsche Weine zurückzunehmen… mehr

Weinreporter: Die Tricks des SWR-Chefreporters, 9.11.
Weinreporter: Medienskandal statt Weinskandal, 15.11.
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Aus der Pressemitteilung des Deutschen Weinbauverbandes:

“Er fragte so kurzfristig Interviews an, dass sie gar nicht erfüllt werden konnten, und interpretierte sie dann als grundsätzliche Ablehnung. Er legte einem Beamten der Weinkontrolle Wörter und Schlussfolgerungen in den Mund, die dem Filmemacher ins Konzept passten, aber mit der Realität von Weinvergehen nichts zu tun haben. Hätte er verantwortungsbewusst recherchiert, dann wäre ihm aufgefallen, dass die Verstöße gegen önologische Vorschriften um eine Zehnerpotenz niedriger liegen als die von ihm suggerierten Zahlen.

Der Deutsche Weinbauverband erachtet die Pressefreiheit als wertvolles Gut unserer Demokratie. Verbunden damit ist aber auch eine hohe Verantwortung der Journalisten auf eine sachgerechte, unvoreingenommene Darstellung. Als skandalös betrachtet der Deutsche Weinbauverband, dass der Südwestrundfunk den Beitrag unverändert am 13. November erneut auf seinem 3. Programm ausstrahlte, obwohl er von vielen Seiten, auch von den Aufsichtsbehörden der Weinkontrolle, auf die fehlerhaften Darstellungen im Film aufmerksam gemacht wurde.

Pressemitteilung des Deutschen Weinbauverbandes, 14.11.

Andreas

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Ruhe im Keller

Stille ist eingekehrt im Weinkeller. Die frühen Sorten haben ihre Gärung beendet und beginnen sich zu klären. (Hefe und Trubstoffe sind schwerer und sinken nach unten.)

Die Wetterkapriolen, die das ganze Jahr vorherschten, setzten sich auch im November fort: Mal kalt und sonnig, mal warmer Regen, Sturmböen und frühlingshafte Temperaturen wechseln sich fast täglich ab. Nachdem es letzte Woche angenehm kalt war und alle Kellertüren streng geschlossen blieben ist für morgen schon wieder über 15 Grad angesagt. Die späten, potentiell trockenen Rieslinge brauchen noch Wärme um ihre Gärung zu beenden und unter 10 Gramm Zucker zu kommen. (z. Zt. zwischen 20 und 40 Gramm Restsüße)

Keller

Andererseits hat die Auslese vom Kirchberg inzwischen weniger als 60 Gramm Restsüsse und muss jetzt zum Gärungsstopp “gezwungen” werden. Da helfen natürlich kalte Nächte, Kühlenergie zu sparen und so wandert die Auslese, in ihrem kleinem Tank, in den letzten Tagen öfters von drinnen nach draussen und umgekehrt.

Keller

Optimale Temperaturen herrschen dagegen im unterirdischen, gut isolierten Rotweinkeller wo die roten Jungweine bei konstanten 15 Grad Kellertemperatur langsam vor sich hin blubbern und ihre Säure abbauen. (Kantige Apfelsäure wird automatisch in weiche Milchsäure umgewandelt.) Temperaturschwankungen müssen hier dringend unterbleiben.

Peter

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